Anfang April sind in Beilstein (Kreis Heilbronn) mehrere Puppen aufgetaucht: Die Figuren saßen teils auf selbstgebauten "Thronen", eine trug eine tote Ratte auf dem Schoß. Offenbar waren diese gezielt inszeniert und gegen Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld (CDU) gerichtet. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn ermittelt inzwischen gegen Unbekannt.
Puppe mit toter Ratte: Politische Kritik oder persönliche Diffamierung?
Die Puppen waren teils auf improvisierten Thronen platziert, versehen mit Schildern wie "Meine Stadt, meine Burg, mein Thron, mein Anwalt". Besonders schockiert eine der Puppen, die eine tote Ratte auf dem Schoß hatte.
Im Beilsteiner Gemeinderat reagieren nahezu alle Fraktionen mit deutlicher Kritik. Die Aktion wird parteiübergreifend verurteilt. So bezeichnete die SPD die Aktion auf ihrer Facebook-Seite als "misslungenen Aprilscherz". Sie habe das Potenzial für eine strafrechtliche Verfolgung.
Auch die Bürgerliste Beilstein positioniert sich klar. In einem kurzen Statement - ebenfalls auf Facebook - heißt es, Kritik und politischer Wettbewerb gehörten zwar zur Kommunalpolitik. Was jedoch geschehen sei, werde "aufs Schärfste" verurteilt. Solche Aktionen verletzten die Würde einer Person und gefährdeten das gesellschaftliche Miteinander.
Schmähaktion in Beilstein: Politischer Streit vorausgegangen
Zwischen Bürgermeisterin Schoenfeld und Teilen des Gemeinderats gibt es seit Längerem Differenzen. Zuletzt ging es um Ausgaben für externe Rechtsberatung. Während die Freien Wähler mehr Transparenz forderten, wies Schoenfeld die Kritik zurück und konterte ihrerseits mit Vorwürfen gegenüber früheren Entscheidungen der Fraktion.
Ob dieser Konflikt direkt mit der Puppenaktion zusammenhängt, ist derzeit unklar. Die Ermittlungen laufen, konkrete Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht.