Prozessstart fraglich: Ist die Angeklagte untergetaucht?

"Reichsbürger" aus Boxberg erneut vor Gericht

Im vergangenen Jahr sind mutmaßliche "Reichsbürger" aus Boxberg teils zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Nun muss sich eine Frau der Familie wieder vor Gericht verantworten.

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Von Autor/in Luca Bauer

Eine mutmaßliche "Reichsbürger"-Familie aus Boxberg-Bobstadt (Main-Tauber-Kreis) ist erneut ins Visier der Justiz geraten. Konkret gibt es eine Anklage gegen eine 52-Jährige. Sie steht ab dem 19. August vor Gericht, erklärte die zuständige Staatsanwaltschaft Karlsruhe auf SWR-Anfrage. Zuerst hatten die "Fränkischen Nachrichten" berichtet.

Ob der Prozess aber stattfinden kann, ist unklar. Die Familie soll laut Staatsanwaltschaft untergetaucht sein, bei der Angeklagten soll der Aufenthaltsort als einzige zeitweise bekannt gewesen sein.

"Reichsbürger" aus Boxberg sind der Justiz lange bekannt

Im vergangenen Jahr wurden der Vater und ein Sohn zu Bewährungsstrafen von einem Jahr - beziehungsweise neun Monaten - wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt. Ein weiterer Sohn und eine Schwiegertochter erhielten sechs Monate auf Bewährung wegen des Anbaus von 38 Cannabispflanzen. Die Mutter wurde damals freigesprochen. Gegen sie gibt es nun aber einen hinreichenden Tatverdacht, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Anstoß dieser neusten Ermittlungen war, dass die Familie damals zum Prozessauftakt nicht erschienen war. Sie wurden daher festgenommen und das Wohnhaus durchsucht. Dabei wurden erneut Waffen und Munition gefunden. Schon damals sagte die vorsitzende Richterin, "sie hätten sich viel Ärger erspart, wenn Sie einfach gekommen wären." Denn erst durch die Festnahmen und Durchsuchungen kamen die neuen Vorwürfe ans Licht. So kamen dann auch die Ermittlungen, die nun zur Anklage gegen die 52-Jährige führten, ins Rollen.

 

Bereits 2023 wurde der Nachbar der Familie zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt: Als Polizisten dessen Wohnung durchsuchen wollten, eröffnete Ingo K. das Feuer und verletzte einen SEK-Beamten schwer. Der Polizeieinsatz und der anschließende Prozess sorgten damals für große mediale Aufmerksamkeit.

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