Der viele Regen der vergangenen Wochen begünstigt eine Schneckenplage: Landwirte im Raum Heilbronn versuchen, sie einzudämmen - und auch Gartenbesitzer kämpfen mit den gefräßigen Tieren. Was hilft gegen die Nacktschnecken?
Landwirt aus Oedheim: Schnecken fressen Salat von den Feldern
Die Regenperiode der letzten Wochen zeigt ihre Spuren auf den Äckern in Heilbronn-Franken. Schnecken haben sich am Gemüse auf den Feldern satt gefressen. Besonders betroffen ist Landwirt Daniel Jung aus Oedheim (Kreis Heilbronn). Schon an den Randbereichen sieht man die Schnecken im Salat, so Jung. "Man sieht alle fünf bis zehn Köpfe mal eine Schnecke", sagte er dem SWR. Auch jetzt bei Sonnenschein sind noch welche da.
Zwar ist die Situation in diesem Jahr nicht so gravierend wie 2024, dennoch muss Jung aktiv gegensteuern, sagt er: Mit gezieltem Einsatz von Schneckenkorn will er seine Ernte schützen. Er habe schon nachgestreut, "um den Befall einzudämmen". Größere Ernteausfälle erwartet er dieses Jahr nicht. Die Wettervorhersage macht ihn hoffnungsvoll, denn trockenere und wärmere Tage könnten das Schneckenproblem bald abschwächen.
Was tun gegen Schnecken im eigenen Garten?
Doch nicht nur auf den Feldern, auch in privaten Gärten wird derzeit so mancher Kopfsalat zur Schneckenmahlzeit. Was können Hobbygärtner gegen die schleimigen Tiere tun? Es gibt einige Möglichkeiten, wie man sie in Schach halten kann: Von Schneckenkorn auf biologischer Basis, Pflanzen, die Schnecken nicht schmecken, Düfte, die Schnecken nicht leiden können, bis hin zu selbstgebauten Fallen und mechanischen Abwehrmechanismen wie Kupferbänder an Pflanzkübeln oder Schneckenzäune, gibt es verschiedene Vorgehensweisen.
Außerdem hat das Weichtier auch natürliche Feinde wie Eidechsen, Blindschleichen, Laufkäfer, Gartenvögel oder Igel, die diese aber nur fressen, wenn sie nichts anderes finden können. Wer eine Schneckenplage im großen Garten hat, kann sich auch Laufenten anschaffen, die die Schnecken gerne fressen. Sogar mieten kann man sich die Vögel.
Diese Pflanzen mögen Schnecken nicht
Es gibt auch Pflanzen, die Schnecken kalt lassen. Dazu zählen laut SWR-Gartenexperte Volker Kugel zum Beispiel Geranien, Lavendel, Johanniskraut oder Kräuter wie Rosmarin und Thymian. Vor allem dickblättrige Gewächse wie Bergenien, die "Fette Henne" oder Funkien-Sorten mit festen Blättern sind weniger gefährdet. Kräuter mögen Schnecken allgemein eher nicht. Alle Basilikum-Arten werden dagegen häufig abgefressen. Deswegen sollten Hobbygärtnerinnen und -gärtner Basilikum besser im Topf oder erhöht anpflanzen, so der Experte.
Landesbauernverband erklärt Ursache für Schneckenplage
Nicht nur Landwirt Daniel Jung und Hobbygärtner haben mit den schleimigen Tieren zu kämpfen. Der Landesbauernverband bestätigt, dass aktuell viele Schnecken auf den Feldern sind, wenn auch weniger als im Vorjahr. Eine mögliche Ursache für die vielen Schnecken: die warme Frühjahrsperiode und die späte Regenphase. Die Hoffnung der Landwirte liegt nun auf trockenem Wetter, das die Schnecken zurückdrängen könnte.