Der starke Schneefall kam zwar nicht überraschend, seine Folgen offenbar schon. Anfang der Woche blockierten die hohen Schneemassen viele Straßen. Auch ein paar Mitarbeitende der Pflegedienste im Raum Heilbronn kamen nicht rechtzeitig zu ihren Patientinnen und Patienten, die auf pünktliche Einsätze angewiesen sind.
Schneetreiben blockierte Einsätze der Pflegedienste im Raum Heilbronn
Gleich zwei Fahrzeuge des Paritätischen Pflegedienstes blieben am Montag in der Heilbronner Innenstadt stecken, berichtet Pflegedienstleiterin Sieglinde Zwick. Auch außerhalb des Stadtgebiets gab es Probleme: Ein Fahrzeug des Pflegedienstes "Pflege mit Herz" blieb in Weinsberg (Kreis Heilbronn) im Schneetreiben stecken und erreichte eine Patientin deutlich verspätet.
Notfallpläne sichern die Pflegeversorgung
Beim ambulanten Pflegedienst "Pflege mit Herz" sei man auf solche Situationen vorbereitet, heißt es auf Anfrage. Wird ein Fahrzeug durch Schnee oder Verkehr blockiert, stehe jeweils eine zweite Pflegekraft bereit, die einspringen kann. So können lebenswichtige Aufgaben wie Insulinspritzen oder dringende medizinische Einsätze weiterhin erfolgen.
Auch bei den mobilen Diensten der Evangelischen Heimstiftung stehen für Ausfälle zwei bis drei Mitarbeitende in Bereitschaft, die vom Büro ausrücken können, sagt Pflegerin Carmen Schreier:
Wenn wirklich nichts mehr geht, wird ein Krankenwagen hinzugezogen.
Am Montag kam es jedoch nicht so weit, obwohl ihr Team stark vom Schnee gebremst wurde. "Es kam zu zahlreichen Verzögerungen, unsere Fahrzeuge blieben teilweise stecken", erzählt Schreier dem SWR: "Glücklicherweise handelte es sich nicht um medizinische Notfälle."
Wenn jemand auf wichtige Medikamente angewiesen ist oder Insulin spritzen muss, kann eine Verzögerung lebensbedrohlich werden.
Die beiden Fahrzeuge des Paritätischen Pflegedienstes blieben nach Angaben von Pflegedienstleiterin Sieglinde Zwick auf ungeräumten Nebenstraßen von Heilbronn stecken. Zwick sieht die Stadt in der Verantwortung. Der Winterdienst hätte schneller und effizienter räumen müssen. "Wir können uns da nicht mehr auf die Stadt verlassen", moniert sie.
Winterdienst Heilbronn verteidigt ihr Räumungskonzept
Die Stadt Heilbronn weist die Vorwürfe zurück. Man sei gut vorbereitet gewesen, erklärt Ralph Winkler, Leiter des Winterdienstes. Bereits vor dem Schneefall sei Salz gestreut worden und währenddessen habe man durchgängig weitergeräumt, "ab zwei Uhr in der Nacht in Vollbesetzung mit rund 125 Personen und fast 50 Fahrzeugen", betont Winkler.
Wegen des starken Schneefalls konnten mit den vorhandenen Mitteln nicht alle Nebenstraßen gleichzeitig geräumt werden, ohne den Verkehr auf den Hauptverkehrsachsen zu gefährden. Vorrang hätten daher Hauptverkehrsstraßen, Buslinien, Brücken und Steigungen. "Diese Priorisierung lässt sich logistisch leider nicht vermeiden", erklärt Winkler.
Parkende Autos erschwerten die Räumung in Heilbronn
Zusätzlich erschwerten parkende Autos die Räumung. Winkler appelliert daher an Autofahrerinnen und Autofahrer, bei Wintereinbruch so zu parken, dass Streufahrzeuge ungehindert passieren können.