Gesetzentwurf für kürzere Öffnungsdauer

Supermarkt ohne Personal: Schwäbisch Haller Start-up kritisiert neue Sonntagsöffnungszeit

Digitale Supermärkte ohne Personal sollen sonntags nur noch acht Stunden öffnen dürfen, anstatt rund um die Uhr. Ein Betreiber aus Schwäbisch Hall kritisiert den Gesetzentwurf.

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Von Autor/in Jens Nising

Ein Mini-Supermarkt ganz ohne Personal - vor wenigen Wochen hat Christoph Sarnowski aus Schwäbisch Hall seine fünfte Filiale unter dem Namen ORTkauf in Weißbach (Hohenlohekreis) eröffnet. Das Besondere an den Läden: Jeden Tag sind sie rund um die Uhr geöffnet. Geht es nach der Landesregierung allerdings, soll das nicht mehr lange so bleiben. Sie hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach digitale Supermärkte sonntags nur noch acht Stunden lang geöffnet haben dürfen und auch das nur, wenn sie maximal 150 Quadratmeter groß sind.

Digitale Supermärkte: "Die Bayern haben es besser"

Dass es eine Regel für Läden ohne Personal geben soll, könne er nachvollziehen, so Sarnowski weiter. Denn bisher befinden sie sich in einer Grauzone. Sie sind gesetzlich nicht vorgesehen. Was ihn ärgert, sind die Einschränkungen, die er hinnehmen soll.

Vor allem ärgert sich Sarnowski über das "Kleingedruckte" in der geplanten Regelung: Zu Gottesdienstzeiten soll er schließen. Den Sinn erkenne er nicht, sagt er. Auch Bayern plane eine Sonntags-Beschränkung. Aber dort sollen die Gottesdienste keine Rolle spielen.

Studie belegt: Digitale Märkte machen das Leben einfacher

Für Handelsprofessor Stephan Rüschen von der Dualen Hochschule Heilbronn (DHBW ) dagegen ist der Gesetzentwurf ein tragbarer Kompromiss. Schließlich gebe es Kommunen im Land, die den Sonntagsverkauf komplett verbieten wollten, sagt er im SWR. Trotz der kürzeren Sonntagsöffnung sieht Rüschen gute Erfolgschancen für die Mini-Läden, die vor allem auf dem Land eröffnet werden.

Erst im Sommer hat die DHBW das Ergebnis einer Befragung von knapp 1.500 Kundinnen und Kunden digitaler Supermärkte veröffentlicht. Rund 82 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass ihnen die Mini-Läden das Leben einfacher machen.

Zwar sind die Preise der Artikel dort rund zehn Prozent teurer als im regulären Einzelhandel, so die Studie weiter. Doch mehr als 87 Prozent der Befragten fänden dies in Ordnung.

Erforgreiches Start-up aus Schwäbisch Hall hat bis zu 130 Kunden pro Tag

Dass seine Läden ein Erfolg sind, bestätigt auch Jungunternehmer Christoph Sarnowski. Allein die neue Filiale in Weißbach habe zwischen 100 und 130 Kundinnen und Kunden pro Tag. Zwei weitere Mini-Supermärkte will er noch dieses Jahr eröffnen.

Dennoch blickt der Schwäbisch Haller Start-up-Gründer den Entwicklungen gelassen entgegen: Sie seien zwar ein "Dämpfer", er rechne aber nicht damit, dass das neue Gesetz den Erfolg zunichte machen könnte.

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