Zum zweiten Mal kommen ab Sonntag Branchengrößen verschiedenster Unternehmen auf der Heilbronner Theresienwiese zusammen und diskutieren auf der TECH über nicht weniger als die Zukunft Europas. Wie kann auch Deutschland mit den großen Tech-Giganten mithalten - und sich im Kriegsfall verteidigen? Agiert die künstliche Intelligenz (KI) nur im Cyberspace - oder doch bald in Robotern an der Front?
Der Veranstaltungsort kommt nicht von ungefähr, soll doch in Heilbronn mit dem Innovationspark für künstliche Intelligenz (IPAI) ein Hotspot für die digitale Zukunft entstehen. Entsprechend sind die Schwarz Gruppe und inbesondere auch deren IT-Sparte Schwarz Digits einer der Treiber der dreitägigen, nicht öffentlichen Messe. Veranstaltet wird sie zusammen mit dem Handelsblatt.
Europa voranbringen und verteidigen - im Cyberspace und auf dem Schlachtfeld
Bereits im vergangenen Jahr betonte der ehemalige Grünen-Außenminister Joschka Fischer zum Auftakt, die Vereinigten Staaten seien kein verlässlicher Partner mehr. Seither ist die Beziehung zwischen Europa und den USA eher noch instabiler geworden. Der Ton auf der TECH ist diesmal entsprechend martialisch. Hießen die Bühnen im vergangenen Jahr noch "Blue" oder "Green", geht es dieses Jahr unter anderem auf der "Defense Stage" um den Einsatz von Drohnen und Robotern zur Verteidigung.
Oleksandr Kamyshin, Berater des ukrainischen Präsidenten Selenskyj, wird unter anderem mit dem CEO von Airbus, Michael Schoellhorn, darüber diskutieren, ob Europa für eine Kriegswirtschaft bereit ist. Ein weiterer Vortrag auf der langen Liste: Wie das Know-how der Automobilbranche für die Rüstung genutzt werden kann. Ein Thema, dem zumindest Mercedes gegenüber nicht abgeneigt ist.
Roboter und Drohnen: Gesteuert von künstlicher Intelligenz?
Und wie werden die Drohnen und Roboter dann gesteuert? Hier kommt wieder die künstliche Intelligenz ins Spiel. Bei Schwarz Digits wird eifrig daran gearbeitet, auf diesem Gebiet zum globalen Player zu werden. So geht es auf der TECH viel darum, wie Unternehmen durch KI effizienter werden können. Aber eben auch, wie Schwärme unbemannter Drohnen autonom agieren können.
Ein Thema, für das es jüngst sogar vom Papst Kritik gab: In seiner ersten Enzyklika warnt Papst Leo XIV. davor, wie zunehmend wenige große Unternehmen Informationen lenken und so die Gesellschaft beeinflussen. Trifft KI noch dazu auf autonome Waffensysteme, werde Krieg wieder "durchführbarer". Die Entscheidung über Leben und Tod dürfe jedoch keinesfalls Maschinen überlassen werden, so der Papst.
Die Liste der Rednerinnen und Redner auf der TECH ist lang und gewichtig
Direkt zum Auftakt am Sonntag wird unter anderem Audi-Chef Gernot Döllner mit darüber diskutieren, ob Europa im nächsten Jahrzehnt zum Spieler oder zum Zuschauer wird. Mit Mercedes und Volkswagen sind noch weitere Autobauer auf der TECH vertreten. Für die Pharmabranche spricht unter anderem Anna Maria Braun, CEO des Medizintechnikunternehmens B. Braun. Genauso vertreten sind auch die Vorstandsvorsitzenden der Schwarz Gruppe, Gerd Chzranowski, und der Deutschen Telekom, Tim Höttges.
Am Montag wird Cem Özdemir (Grüne) einen seiner ersten offiziellen Termine als neuer baden-württembergischer Ministerpräsident absolvieren. Aus der Politik wird außerdem Karsten Wildberger (CDU) erwartet, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.