Der britische Konzern Unilever will die Lebensmittelsparte für 15,7 Milliarden Dollar an den US-Gewürzhersteller McCormick verkaufen. Zu den betroffenen Unilever-Marken gehört auch der Lebensmittelhersteller Knorr. Zusätzlich sollen Unilever und seine Aktionäre große Anteile des fusionierten Unternehmens bekommen. Die Transaktion wird insgesamt mit 44,8 Milliarden Dollar bewertet. Die Fusion soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden, zuvor müssen aber erst noch Anteilseigner und Behörden zustimmen.
Bedeutung für Werk in Heilbronn noch unklar
Derzeit ist noch offen, was die Übernahme für den Standort Heilbronn mit rund 650 Beschäftigten bedeuten könnte. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht Chancen und Risiken. Entscheidend sei, ob der neue Eigentümer langfristig investiert oder vor allem sparen will. Kerem Billor von der NGG zeigte sich zunächst zuversichtlich, an erster Stelle müssten aber die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen, so der Gewerkschaftssekretär.
Es gibt Beschäftigte, die jetzt Angst haben, die sich natürlich wünschen, zentraler informiert zu werden vom eigenen Arbeitgeber [...]. Es gibt aber auch Beschäftigte, die da jetzt mit Hoffnung darauf schauen [...] und die jetzt gespannt sind, was noch kommt.
Der Betriebsrat will die Fusion genau beobachten. "Die Belegschaft vor Ort hat das Recht informiert und involviert zu werden, dafür gibt es uns", so Betriebsratsvorsitzender Thilo Fischer.
Zahlreiche Marken betroffen
Unilever will sich künftig stärker auf Kosmetik sowie Haushalts- und Reinigungsprodukte konzentrieren. Zur Lebensmittelsparte von Unilever gehören neben Knorr bekannte Marken wie Bertolli, Lipton und Hellmann's, außerdem deutsche Marken wie Du darfst, Mondamin und Lätta.