Die Preise an den Tankstellen sind seit Beginn des Irankriegs deutlich gestiegen. Die Lebensmittel im Supermarkt scheinen beim Blick aufs Preisschild noch nicht von den hohen Ölpreisen betroffen. Doch wenn sich im Irankrieg nichts ändert, dann könnten auch hier die Preise anziehen, und zwar "in sehr hohem Ausmaß", befürchtet Carsten Kortum, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn (DHBW).
Wann wird welches Lebensmittel teurer?
Als erstes werde sich das bei frischen Waren wie Obst und Gemüse bemerkbar machen, führt Kortum weiter aus. Solche Waren werden nur mit wenigen Tagen Vorlauf von den Supermärkten gekauft - zu Tagespreisen. Das bedeutet für die Erzeuger, aber auch zum Beispiel für die Spediteure: Gestiegene Produktionskosten werden sehr schnell weitergegeben. Wenn Obst und Gemüse dann auch noch gekühlt oder tiefgefroren werden, sei der Transport außerdem besonders energieintensiv.
Andere Waren werden dagegen häufig mit Jahresverträgen gehandelt. Auch hier würden bestimmt viele Hersteller jetzt versuchen, nachzuverhandeln, um nicht in die roten Zahlen zu rutschen, ist sich Kortum sicher. Und dann gibt es auch noch die Produkte, die im vergangenen Jahr produziert wurden, zu alten Preisen. Zum Beispiel bei der Flasche Rapsöl werde sich deshalb erst einmal eher nichts beim Preis ändern.
Das ist so ein bisschen das Trügerische, dass bei Lebensmitteln die Welle erst sehr viel später kommt.
Die Preiserhöhungen kämen dann manchmal erst nach einem halben Jahr beim Konsumenten an. Eben wenn die nächste Ernte dann deutlich teurer war, so Kortum.
Höhere Preise für Lebensmittel: Spargel zieht schon an
Klar ist bereits jetzt: Die Landwirte ächzen aufgrund der steigenden Produktionskosten. Ein erster Vorgeschmack ist der Spargelpreis, so Jürgen Maurer, Vorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems: Der wird in dieser Saison ansteigen. Das hängt nicht allein am höheren Spritpreis, sondern unter anderem auch am höheren Mindestlohn.
Wie könnte da eine Erleichterung für die die Menschen aussehen? Kortum zieht zum Beispiel Transferzahlungen für besonders einkommensschwache Familien in Betracht. Oder man müsste an die Mehrwertsteuer ran. Die einfach pauschal zu senken, hält er allerdings für den falschen Weg. Stattdessen könnte die für gesunde Lebensmittel gesenkt werden - auch als Ausgleich für eine Zuckersteuer, die ja ebenfalls für eine Verteuerung bestimmter Lebensmittel sorgen würde.