Zerstörte Äcker und kaputte Pflanzen

Nach Hagelsturm im Kreis Schwäbisch Hall: Spezialisten erfassen Unwetterschäden

Der Hagelsturm hat bei den Bauern rund um Ilshofen Millionenschäden verursacht. Jetzt sind die Versicherungsgutachter im Einsatz, um das ganze Ausmaß der Verwüstung zu erfassen.

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Von Autor/in Julian Küng

Rüben, Mais, Weizen: Ein Hagelsturm hat am Sonntag vergangener Woche Landwirte in Ilshofen, Kirchberg und Vellberg (alle im Kreis Schwäbisch Hall) schwer getroffen. Die Vereinigte Hagelversicherung beginnt mit der Bestandsaufnahme der Schäden, die sich auf rund 2.500 Hektar Ackerland erstrecken und mehrere Millionen Euro umfassen.

"Null Schaden, Ährenschaden, Null Schaden, Ährenschaden", murmelt der Sachverständige der Hagelversicherung Erich Schäfer gebetsmühlenartig vor sich hin, während er Halm für Halm inspiziert. Jeder Schadensfaktor wird akribisch dokumentiert: Knickungen, Hochbrüche, Tiefbrüche, Blattschäden.

Sorgfältige Dokumentation jeder Schadensart

Die Daten werden in ein Tablet eingegeben. Auf dieser Basis wird digital eine erste Einschätzung berechnet. "Im Moment kann man aber noch nicht genau sagen, wie sich der Schaden entwickelt", erklärt Schäfer. Manche Pflanzen können sich noch etwas erholen, bei anderen ist ein Totalausfall bereits jetzt klar. Deshalb wird der Wert kurz vor der Ernte nochmal ermittelt.

Hagelschaden auf einem Feld bei Ilshofen
Hagelexperte Friedrich Wilhelm Schönwolf zeigt einen gebrochenen Pflanzenstängel, bei dem die Saftzufuhr unterbrochen ist.

Spezialisten begutachten die beschädigten Äcker

Von weitem wirken manche Felder beinahe unversehrt. Doch der geschulte Blick der Sachverständigen der Hagelversicherung erkennt sofort das Ausmaß des Schadens: Weizenhalme, die sonst hüfthoch aufrecht stehen, sind umgeknickt und hängen nur noch auf Kniehöhe. "Durch diesen Bruch hier wird die Pflanze nicht mehr mit Nährstoffen versorgt", erklärt Friedrich Wilhelm Schönwolf und zeigt auf die Pflanzen.

Schönwolf ist ebenfalls einer von über zwei Dutzend Spezialisten der Vereinigten Hagelversicherung, die durch die Felder streifen, um die Schäden der jüngsten Unwetter zu begutachten. Alle sind aktive oder ehemalige Landwirte und schätzen ein, wie stark die Kulturen vom Hagel beschädigt wurden.

Hagelschaden auf einem Feld bei Ilshofen
Manche der Felder sind stärker von den Hagelschäden betroffen, manche weniger.

Einer der vielen betroffenen Landwirte ist Marc Daniel Strecker aus Eckartshausen, einem Teilort von Ilshofen (Kreis Schwäbisch Hall). Er bewirtschaftet rund 130 Hektar Ackerland, darunter auch Raps. Auf etwa 70 Hektar hat der Hagelsturm Spuren hinterlassen. Strecker schätzt den Ertragsverlust auf "irgendwo zwischen 50.000 und 60.000 Euro". Dennoch zeigt er sich gefasst. In die Schadensschätzer der Hagelversicherung habe er großes Vertrauen: "Das sind Leute vom Fach", sagt er.

Bis finanzielle Hilfe bei Bauern ankommt, wird es dauern

Die Vereinigte Hagelversicherung, bei der rund 70 Prozent der Landwirte versichert sind, beziffert die vorläufige Schadenssumme auf etwa 5,6 Millionen Euro. Doch bis Geld an die betroffenen Bauern fließt, wird es noch dauern. Die erste Einschätzung diente vor allem dazu, das Ausmaß und die Art der Zerstörung grob zu erfassen.

Hagelschaden auf einem Feld bei Ilshofen
Über zwei Dutzend Hagelexperten sind angereist, um den Schaden zu begutachten.

Die Hauptbegutachtung findet erst kurz vor der Ernte statt und kann sich je nach Kultur bis in den Herbst hineinziehen. Erst dann lässt sich exakt sagen, wie hoch der tatsächliche Ertragsausfall ist.

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