Eine Rettung quasi in letzter Minute: Bei dem Brand in einem Wohngebäude in Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall) sind am Wochenende nicht nur 15 Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Auch das Gemeindearchiv, das in dem Haus untergebracht war, konnte komplett gerettet werden. Es sei "ein großer Glücksfall für unsere Gemeinde", sagte Bürgermeister Damian Komor (CDU).
Gemeindearchiv gerettet: Riesiger Einsatz in Mainhardt
Gemeinsam mit der Feuerwehr, dem Bauhof und dem Deutschen Roten Kreuz hat das Rathaus-Team alle Unterlagen aus dem Gebäude gerettet. In nur vier Stunden wurde sämtliches Aktenmaterial in insgesamt drei Lkw zwischengelagert. Die ganze Geschichte der Gemeinde Mainhardt stecke in diesem Archiv, sagte Komor dem SWR: "Das sind Dokumente aus dem Jahr 1050, den Gründungsjahren und Erwähnungszeiten der Gemeinde, bis hin zu Unterlagen aller Eingemeindungen sowie Bauakten."
Es war eine gemeinsame tolle Aktion. Mit einer großen Menschenkette konnten wir in vier Stunden das ganze Archiv retten.
Das Rathaus muss den Angaben der Gemeinde zufolge am Montag geschlossen bleiben. Derzeit sei man mit "Aufräum- und Sicherungsarbeiten" beschäftigt, die Flure stünden voll. Denn unter anderem werden dort auch Spenden für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner gesammelt und gesichtet.
Am Dienstag soll das Rathaus dann wieder geöffnet sein.
Fahrlässiges Verhalten? 75-jähriger Bewohner soll Aschenbecher ausgeleert haben
"Wir sind immer noch fassungslos", sagte Komor am Montag im SWR-Interview. Das Wichtigste sei aber, so Komor, dass bei dem Feuer niemand schwer verletzt wurde. Alle 15 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses konnten rechtzeitig das Gebäude verlassen. Sie wurden vorübergehend in einem Hotel sowie bei Familien und Freunden untergebracht, heißt es.
Ein Mann zog sich allerdings leichte Verbrennungen zu. Der 75 Jahre alte Bewohner soll versucht haben, selbst das Feuer zu löschen. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer durch fahrlässiges Verhalten des Mannes ausgelöst wurde: Er soll seinen Aschenbecher ausgeleert haben, worauf das Gefäß Feuer fing. Der 75-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht, konnte aber, wie die Polizei am Wochenende mitteilte, wieder entlassen werden.
Hoher Schaden: "Alte Schule" in Mainhardt einsturzgefährdet
Rund 170 Einsatzkräfte der Feuerwehr, aber auch unter anderem des Technischen Hilfswerks (THW), waren im Einsatz. Das Feuer in der "Alten Schule" war am Freitagmittag ausgebrochen. Es breitete sich schnell aus und griff auch auf den Dachstuhl über. Dieser brannte völlig aus. Das Gebäude sei einsturzgefährdet und derzeit unbewohnbar, heißt es. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei aktuell auf rund 800.000 Euro.
Familie flüchtet in Öhringen vor Brand
Auch an anderen Orten in Heilbronn-Franken hat es am Wochenende gebrannt. So musste in Öhringen (Hohenlohekreis) eine vierköpfige Familie am Samstagabend vor einem Feuer flüchten. Der Brand entstand in der Küche einer der Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus. Eine starke Rauchentwicklung war die Folge. Die genaue Ursache steht laut Polizei noch nicht fest.
Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Aus Sicherheitsgründen mussten alle Bewohner das Gebäude verlassen. Verletzt wurde niemand. Der Schaden wird auf bis zu 100.000 Euro geschätzt.
Weiteres Feuer auch in Kirchardt
In Kirchardt (Kreis Heilbronn) beschäftigte ebenfalls am Samstagabend ein Brand in einem Mehrfamilienhaus die Feuerwehr. Das Feuer brach aus noch ungeklärter Ursache in einem Schlafzimmer aus. Die Bewohner waren nicht zu Hause. Nachbarn und Feuerwehr konnten den Brand schnell unter Kontrolle bringen, so die Polizei. Verletzt wurde niemand. Es entstand ein Schaden von rund 50.000 Euro.