Nachdem es gleich zwei Mal innerhalb von 30 Stunden im historischen Bahnbetriebswerk in Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) gebrannt hat, ist die genaue Brandursache noch nicht klar. Allerdings, das bestätigen Polizei und Staatsanwaltschaft, seien die polizeilichen Maßnahmen am Montagmittag abgeschlossen worden. Ein Gutachter sei daher nicht mehr bestellt worden, heißt es. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Ellwangen. Die hat den Brandort inzwischen auch freigegeben. Jetzt geht es ans Aufräumen.
Gemeinnütziger Verein: Bahnbetriebswerk AG jetzt auf Spenden angewiesen
Am Montagvormittag berichtete Konstantin Neer, der Vorstandsvorsitzende der Bahnbetriebswerk Crailsheim AG, als gemeinnütziger Verein sei man jetzt auf Hilfe von außen angewiesen. Wie es genau weitergeht, wie die Zukunftspläne aussehen, das sei noch unklar, so Neer. Erstmal müsse jetzt aufgeräumt werden. Das Gebäude gilt zumindest noch als einsturzgefährdet. Das Dach ist abgebrannt.
Der Bahnbetriebswerk Crailsheim AG gehören das Gebäude und das Gelände. Sie stellen es wiederum dem ehrenamtlichen Verein DBK Historische Bahn e.V. und der Gesellschaft für Fahrzeugtechnik (GFF) zur Verfügung, die dort alte Schienenfahrzeuge instand setzt.
Großbrand in Crailsheim: Waren Schweißarbeiten der Auslöser?
Die Ermittler vermuten, dass am Samstag noch an einem Waggon geschweißt wurde. In diese Richtung werde jetzt bezüglich der Brandursache ermittelt, so ein Polizeisprecher gegenüber dem SWR.
Zwei Personen hatten bei dem ersten Feuer noch versucht die Flammen zu löschen. Laut Konstantin Neer sind die Männer am Samstag schon im Feierabend gewesen, als sie Rauch in dem Gebäude bemerkten. Sie kamen ins Krankenhaus, seien allerdings nicht schlimmer verletzt worden. Dass sie in eine Klinik mussten, war laut Neer eine Standardmaßnahme, da sie sich eben im verrauchten Gebäude befunden hatten. Ihnen geht es demzufolge gut.
Glutnest im Lokschuppen: Zweites Feuer in Crailsheim in der Nacht auf Montag
Nach einem Großbrand in der Nacht von Samstag auf Sonntag bemerkten Anwohner am Montag gegen 0.30 Uhr erneut Rauch. Die alarmierte Feuerwehr rückte mit 24 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen aus. Schnell stellte sich heraus: Ein Glutnest hatte sich offenbar wieder entzündet - nur zwei Tage nach dem verheerenden Großbrand.
Die Feuerwehr Crailsheim konnte das Feuer schnell unter Kontrolle bringen, berichtet Armin Klingenbeck, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Crailsheim. Ein weiterer Schaden konnte verhindert werden. Auch der Rettungsdienst war mit einem Wagen in der Nacht im Einsatz. Verletzt wurde niemand.
Klingenbeck berichtet weiter, da das Gebäude nach dem Feuer am Samstag einsturzgefährdet war, konnten keine Feuerwehrleute tiefer in die Halle vordringen. Dort habe sich dann Glutnest wieder entzündet. Das Gebäude sei nach den Löscharbeiten in der Nacht auf Sonntag regelmäßig von der Feuerwehr kontrolliert worden.
Waggons und Gebäude brennen: Schaden über 750.000 Euro
Am Samstagabend war die Feuerwehr bereits zu einem Großeinsatz ausgerückt: Ein historischer Eisenbahnwaggon war aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Das Feuer griff auf den Lokschuppen über, in dem das Schienenfahrzeug abgestellt war. Der Schaden wird auf mindestens 750.000 Euro geschätzt. Zwei Personen wurden laut Polizei leicht verletzt.
Hoher Sachschaden nachdem Waggon brennt Großbrand bei den Eisenbahnfreunden Crailsheim: Zwei Verletzte nach Löschversuch
Bei den Eisenbahnfreunden Crailsheim haben ein historischer Waggon und ein Gebäude gebrannt. Zwei Personen wurden bei dem Feuer verletzt. Der Sachschaden ist enorm.
Das Gebäude gehört der Bahnbetriebswerk AG, einem Zusammenschluss mehrerer Vereine von Eisenbahnfreunden, die dort historische Lokomotiven und Waggons restaurieren.
Schon 2021 brannten historische Waggons in Crailsheim
Es ist nicht das erste Mal, dass die Crailsheimer Eisenbahnfreunde von einem Feuer getroffen wurden: Bereits im Sommer 2021 standen auf einem Abstellgleis mehrere historische Eisenbahnwaggons in Flammen. Damals brannten zwei Personen- und zwei Güterwaggons vollständig aus. Die Feuerwehr wurde nachts gegen 2:30 Uhr alarmiert:
Rund 75 Einsatzkräfte aus Crailsheim und den umliegenden Ortschaften waren stundenlang im Einsatz. Verletzt wurde damals niemand. Der Schaden lag bei über 100.000 Euro. Auch diese Waggons gehörten einem Verein zur Erhaltung historischer Züge.