Kein Internet, kein Homeoffice, kein Streaming: In mehreren Stadtteilen von Heilbronn sind zahlreiche Haushalte seit Tagen vom Netz abgeschnitten. Der Grund: mutmaßlicher Vandalismus an der Glasfaser-Infrastruktur. Unbekannte sollen Glasfaserleitungen beschädigt und damit für einen Schaden in sechsstelliger Höhe gesorgt haben.
Heilbronn ohne Internet - Kabel gezielt durchtrennt
Mehrere hunderttausend Euro Schaden und etliche Menschen, bei denen digital gerade nichts mehr geht. An insgesamt elf Verteilerkästen wurden Kabel durchtrennt. Das hat der Netzbetreiber Deutsche Giganetz dem SWR bestätigt. Betroffen sind demnach die Stadtteile Kirchhausen und Neckargartach. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Verteilerkästen am 18. und 19. Februar beschädigt.
Die Täter sollen die Kästen mit einer Art Universalschlüssel geöffnet haben, der bei Schlössern ohne Zylinder eingesetzt werden kann. Anschließend wurden Glasfaserkabel gezielt durchtrennt. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Glasfaserkabel: Komplexe Instandsetzung
Der reine Sachschaden an den Kabeln liegt laut Polizei bei rund 300 Euro. Doch die eigentlichen Kosten sind nach Angaben des Betreibers viel höher - ein mittlerer sechsstelliger Betrag. Grund dafür seien aufwendige Reparaturarbeiten. Einer Sprecherin zufolge müssen die Kabel neu ein- und ausgeblasen werden.
Zeitweise waren nach Angaben des Unternehmens rund 200 Haushalte ohne Internetanschluss. Am Sonntag waren immerhin wieder 110 Haushalte online. Damit ist mehr als die Hälfte der betroffenen Anschlüsse inzwischen wieder am Netz. Wann alle Haushalte wieder vollständig versorgt sind, stand zunächst nicht fest. Nun teilte der Betreiber mit, dass der Schaden im Glasfasernetz innerhalb der nächsten beiden Tage behoben werden sein sollte. Rund 20 Techniker seien im Einsatz.