Verletzte aus brennendem Auto auf A6 gezogen

Ersthelfer über Mut und Zivilcourage: Wenn Anhalten Leben rettet

Bei einem Unfall in Wolpertshausen überlebten drei Menschen - ihnen wurde schnell geholfen. Andreas Ulbrich war ein Ersthelfer. Er macht auf das Thema Zivilcourage aufmerksam.

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Von Autor/in Jan Arnecke

Ende Februar fuhr ein Auto laut Polizei zu schnell auf die Autobahnabfahrt der A6 bei Wolpertshausen (Kreis Schwäbisch Hall). Es kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich, bliebt auf dem Dach liegen und ging später in Flammen auf. Nur weil Menschen angehalten und geholfen haben, überlebten die drei jungen Männer in dem Fahrzeug den Unfall.

An dieser Geschichte zeige sich, warum Zivilcourage so unglaublich wichtig sei, sagt Andreas Ulbrich. Er ist ausgebildeter Rettungsassistent, war Ersthelfer und kam zufällig an den Unfallort. Doch er sagt auch, hätten die anderen nicht direkt geholfen, hätte auch er als Profi nichts mehr ausrichten können.

Rettungsassistent Ulbrich: "Ich habe nur meinen Job gemacht."

"Es geht mir darum, die Geschichte der anderen Helfer zu erzählen. Ich habe nur meinen Job gemacht", sagt der 47-Jährige aus Neudenau (Kreis Heilbronn) im SWR-Interview rund eine Woche später am Unfallort. "Da kommen die Bilder wieder, aber es geht."

Chaotisches Bild am Unfallort bei Wolpertshausen

Selbst für ihn als Profi sei die Lage vor Ort katastrophal gewesen. Er fuhr gerade seine Mutter nach Hause, war also privat unterwegs, als er das Chaos erblickte und sofort rechts ran fuhr: ein Auto auf dem Dach, dichter schwarzer Rauch.

Dank dem Einsatz mehrerer Ersthelfer konnte drei Männern bei einem schweren Unfall auf der A6 bei Wolpertshausen (Kreis Schwäbisch Hall) das Leben gerettet werden. Das Foto wurde aus Andreas Ulbrichs Auto aufgenommen, als die Rettungskräfte eingetroffen waren.
Dank dem Einsatz mehrerer Ersthelfer konnte drei Männern bei einem schweren Unfall auf der A6 bei Wolpertshausen (Kreis Schwäbisch Hall) das Leben gerettet werden. Das Foto wurde aus Andreas Ulbrichs Auto aufgenommen, als die Rettungskräfte eingetroffen waren.

Er war nicht der Erste am Unfallort. Andere Ersthelfer hatten bereits zwei Männer aus dem Wrack befreit, als Ulbrich ankam. Und als sie den dritten aus dem Wagen geholt hatten, ging der in Flammen auf. "Das hat auch immer wieder geknallt", erinnert er sich. Um den dritten, schwer verletzten Mann kümmerte er sich.

Rettungsassistent in Zivil: Mit Notfallkoffer im Einsatz

Da er auch privat immer einen Notfallkoffer dabei hat, konnte er den Mann versorgen. Er legte ihm unter anderem eine Halskrause an und stabilisierte ihn. Den Koffer hat ihm sein Arbeitgeber bereitgestellt, so Ulbrich. Das sei nicht selbstverständlich.

Hat auch privat immer den Notfallkoffer dabei: Rettungsassistent Andreas Ulbrich aus Neudenau (Kreis Heilbronn) möchte auf die Bedeutung von Zivilcourage aufmerksam machen. Er war einer der Ersthelfer bei einem Unfall bei Wolpertshausen (Kreis Schwäbisch Hall).
Hat auch privat immer den Notfallkoffer dabei: Rettungsassistent Andreas Ulbrich aus Neudenau (Kreis Heilbronn) möchte auf die Bedeutung von Zivilcourage aufmerksam machen.

An Ersthelfer: "Ihr habt Leben gerettet!"

Bis die Rettungskräfte damals am Unfallort waren, koordinierte er die anderen Ersthelfer. Die bleiben für Ulbrich die "wahren Helden": "Ohne deren Mut hätten wir jetzt drei Tote." Sie hätten ihr Leben riskiert, um die Verletzten zu retten. "Vorbildlich", so bezeichnet er den Einsatz.

Er möchte die Geschichte öffentlich erzählen. So will er auch anderen zeigen, wie wichtig schnelles Eingreifen sein kann. Zu den anderen Helfern hatte er nach dem Unfall keinerlei Kontakt mehr. Doch eines würde er ihnen gerne noch sagen: "Vielen Dank für eure Courage und euren Mut. [...] Ihr habt Leben gerettet!"

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