Noch ist Ärztin Simone Hartel in der Kinderklinik des Städtischen Klinikums in Karlsruhe. Jeder einzelne Schritt von ihr ist routiniert. Rund 5.600 Kilometer entfernt, im kongolesischen Bunia, wird ihr Arbeitsalltag ganz anders aussehen. Dort breitet sich gerade das tödliche Ebola-Virus rasant aus. Die Simone Hartel wird bald dorthin aufbrechen.
Kampf gegen Ebola: Ärztin will Menschen in Krisen helfen
Die Karlsruher Ärztin wird von ihrem Team dabei unterstützt. Sie kann nur gehen, weil die anderen ihre Arbeitsstunden auffangen. Hier, auf der Kinderonkologie-Station, hilft Simone Hartel tagtäglich Kindern. Eins haben ihre beiden Wirkungsstätten gemeinsam: Menschen, die in einer Krise stecken. Ihnen will Simone Hartel helfen.
Mehrere Wochen wird Simone Hartel in einem "Ebola Treatment Center" im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo die organisatorische Leitung übernehmen. Dort wird sie zum einen Menschen behandeln, die sich bereits mit dem Virus infiziert haben. Zum anderen wird sie Menschen mit Verdacht auf eine Infektion untersuchen. Das Ziel: Ihre Kontakte nachzuverfolgen und so zu verhindern, dass es noch mehr Erkrankte gibt.
Ich hebe die Last auf ihren Schultern ein bisschen an, bis sie selber weitergehen können.
Hilfseinsätze sind gefährlich, machen aber auch Hoffnung
Nicht nur das lebensbedrohliche Virus, auch die angespannte politische Lage vor Ort machen den Einsatz für Simone Hartel gefährlich. Die Ärztin ist dieses Arbeitsumfeld gewöhnt. Mit Hilfsorganisationen war sie bereits in mehreren Krisengebieten als Ärztin vor Ort. Unter anderem in der Ostukraine, in Myanmar und im Sudan.
Doch die Gefahr ist für die Ärztin relativ. Ihre Motivation zu helfen ist größer. Es sei Teil ihrer Berufung, sagt sie. Auch ihr Glaube unterstütze sie in solchen Situationen, sagt Simone Hartel. Dazu kommt, dass vor Ort Freude und Leid nah beieinanderliegen: "Ich lache selten so viel wie auf Einsätzen", so die Ärztin.
Denn neben der traurigen Tatsache der vielen Toten gebe es auch schöne Momente. So sei die Stimmung bei den geheilten Menschen ausgelassen, Tänze und Gesänge seien deshalb auch Teil des Arbeitsalltags.
Dramatische Lage im Kongo: Ebola fordert Tausend Tote
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte es der schlimmste Ebola-Ausbruch werden, den es in Afrika jemals gab. Mindestens 3.000 Menschenleben hat das Virus im Nordosten der Demokratischen Republik schon gefordert.
Gegen die sich dort ausbreitende Variante des Infektionsvirus gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Wer sich mit dem Ebola-Virus infiziert, hat meist hohes Fieber, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Bei schweren Fällen können Organe wie die Niere oder die Leber versagen, was tödliche Folgen haben kann.