Eine Prüferin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) soll im Raum Baden-Baden eine falsche Bescheinigung über die Rettungsfähigkeit einer Lehrkraft im Schwimmunterricht ausgestellt haben. Das Kultusministerium überprüft nun mehr als 30 weitere Verdachtsfälle in den Regierungsbezirken Karlsruhe und Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Sportprüfung: Nicht rettungsfähig trotz DLRG-Ausweis
Der Verdacht kam bei einer Sportprüfung für Fachlehrkräfte in Karlsruhe auf. Laut Kultusministerium Baden-Württemberg entstanden dabei in einem Fall erhebliche Zweifel daran, dass die geprüfte Person rettungsfähig ist. Es habe sich herausgestellt, dass die entsprechende Bescheinigung der DLRG zu Unrecht ausgestellt wurde.
Die Prüfung auch der anderen Regierungspräsidien ist noch im Gang.
Die DLRG habe den Fall nach einer internen Anhörung bestätigt, so das Ministerium weiter. Daraufhin sei eine "vollumfängliche Prüfung " eingeleitet worden. Jetzt werden die entsprechenden Nachweise über die Rettungsfähigkeit in allen Schulen überprüft.
Junge Lehrerinnen und Lehrer besonders betroffen
Im Regierungsbezirk Karlsruhe gibt es mehr als 30 verdächtige Fälle, in denen Lehrkräfte im Schwimmuntericht möglicherweise nicht rettungsfähig sind. Bei zehn davon handelt es sich laut Ministerium um junge Lehrerinnen und Lehrer, deren Einstellungsverfahren nun in der Luft hängt. Auch zwei Einstellungsfälle im Regierungspräsidium Stuttgart würden geprüft.
Wir bitten aber auch um Verständnis, dass die Sicherheit der Schulkinder eindeutig Priorität hat.
Man sei sich der misslichen Umstände für die Betroffenen bewusst und unternehme alles, um die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten, so ein Ministeriumssprecher. Sogenannte Einstellungsfälle müssten die Rettungsfähigkeit erneut nachweisen. Die DLRG habe kurzfristig Termine angeboten.
DLRG will unterstützen, Staatsanwaltschaft ermittelt
Der Präsident des DLRG-Landesverbands Baden, Felix Strobel, sicherte bei der Aufklärung der Affäre Unterstützung zu. Bestünden Zweifel an der Einhaltung der hohen Standards bei der Rettungsschwimmerausbildung, solle dies aufgeklärt werden.
Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden bestätigte gegenüber dem SWR, dass in der Sache "geprüft und ermittelt werde". Das Regierungspräsidium Karlsruhe habe der Behörde einen entsprechenden Hinweis gegeben. Mit ersten Ergebnissen der Ermittlungen sei frühestens in vier Wochen zur rechnen, so eine Sprecherin.