Der tragische Stadtbahnunfall im Ubstadt-Weiherer Ortsteil Zeutern (Kreis Karlsruhe) hatte in der Gemeinde eine Diskussion über die Sicherheit der insgesamt 23 Stadtbahnübergänge im Ort ausgelöst. Eine Verkehrsschau von Experten hat nun ergeben: Der Bahnübergang am Ende des Gewerbegebiets am Ortsausgang von Zeutern darf in Zukunft nicht mehr von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen befahren werden. Der Übergang selbst bleibt voraussichtlich noch bis Herbst gesperrt.
Verkehrsexperten halten Bahnschranken für nicht notwendig
Die Experten kamen aber auch zu dem Ergebniss, dass weitere Sicherungsmaßnahmen wie Bahnschranken am Unfallort nicht erforderlich seien. Der Zusammenstoß einer Stadtbahn mit einem Tanklaster ereignete sich am 11. März auf einem unbeschrankten Bahnübergang am Rande des Gewerbegebiets. Drei Menschen kamen dabei ums Leben. Der Übergang und die Verbindung vom Gewerbegebiet zu einer Landstraße sind immer noch gesperrt.
Verunreinigte Erde kommt auf Deponie Unfall mit Tanklaster und Stadtbahn: Strecke bei Ubstadt-Weiher noch tagelang gesperrt
Nach dem tödlichen Unfall zwischen einer Stadtbahn und einem Tanklaster bei Ubstadt-Weiher (Kreis Karlsruhe) bleibt die Zugstrecke gesperrt. Es gibt einen Ersatzverkehr mit Bussen.
Die Verkehrsschau war noch von Altbürgermeister Tony Löffler angeregt worden. Er hatte auch die Frage aufgeworfen, ob unbeschrankte Bahnübergänge überhaupt noch zeitgemäß seien. Zumal der Übergang in Zeutern häufig von Anwohnern, Handwerkern und auch von größeren Firmenfahrzeugen benutzt wird.
Für das Gewerbegebiet gibt es nur zwei Zufahrten. Die offizielle Zufahrt verläuft durch ein Wohngebiet und muss die Bahnlinie innerorts queren. Das halten Anwohner und Vertreter der ansässigen Firmen für problematisch und fordern schon länger, die Verkehrsituation grundsätzlich zu überdenken.
Experten empfehlen Tempolimit am Unfallort
Die Verkehrsexperten von Polizei, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Bahn, Gemeinde und Landratsamt haben aber noch eine weitere Empfehlung gegeben: Danach wird es ein Tempolimit auf der Landstraße zwischen Zeutern und Odenheim, gleich hinter dem Zeuterner Ortsausgang geben.
Die Geschwindigkeit am Unfallort wird demnach auf 70 Kilometer pro Stunde beschränkt. Das soll die Abzweigung, auf der sich der Unfall ereignete, zusätzlich entschärfen und künftig das Abbiegen vom Feldweg auf die Landstraße L552 erleichtern. Der Bahnübergang, auf dem sich der Unfall ereignete, liegt nur etwa 15 Meter unterhalb der Landstraße. Hier kreuzt die Bahn einen Feldweg.
Bahnübergang bleibt bis auf Weiteres gesperrt
Ein konkretes Datum, wann der Übergang für den Verkehr wieder geöffnet wird, ist noch nicht bekannt. Vor der Freigabe müssen noch sogenannte Gleisstopfarbeiten am Übergang durchgeführt werden. Dabei werden die Schienen angehoben und der Untergrund mittels Vibration verdichtet. Auch dafür gibt es laut AVG noch keinen konkreten Termin. Die Sicherheitstechnik, also die Ampelanlage am Bahnübergang, sei aber bereits wieder einsatzfähig, so ein AVG-Sprecher.
Auch die Arbeiten im Untergrund des Unfallortes sind noch nicht abgeschlossen. Bei dem Zusammenstoß des Zuges mit einem Tanklaster waren offenbar größere Mengen Öl ins Erdreich und in das Grundwasser gelangt. Deshalb wurde der Untergrund geöffnet und kontaminierter Boden abgetragen. Weil die Verschmutzung noch nicht ganz beseitigt ist, wird weiter Grundwasser abgepumpt. Auch die Messungen am Unfallort dauern an, hieß es beim Landratsamt und bei der AVG. Der nur wenige Meter weiter verlaufende Katzbach sei aber weiterhin nicht betroffen.
Unterdessen sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Karlsruhe noch nicht abgeschlossen. Ein Sprecher der Behörde erklärte auf SWR-Anfrage, die Unfallrekonstruktion sei noch unvollständig. Erst im Oktober sei mit Ergebnissen zu rechnen. Gegen den Fahrer des Tanklasters, der den Unfall mit schweren Verletzungen überlebt hatte, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.