Bürgerentscheid endet zugunsten der Befürworter

Quorum erreicht - Bruchsaler entscheiden sich für den Windpark Süd

Der Bürgerentscheid am Sonntag über vier Windräder ist zugunsten der Befürworter ausgegangen. Die Windkraftgegner konnten nicht die nötigen Stimmen gegen das Projekt zusammenbringen.

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Von Autor/in Heiner Kunold, Johannes Stier

58,14 Prozent der Abstimmenden beim Bürgerentscheid haben sich für den Windpark Bruchsal Süd ausgesprochen. Gegen das Windkraftprojekt stimmten 41,86 Prozent. Die Befürworter erreichten mit insgesamt 7.351 Stimmen das erforderliche Quorum. Das heißt, sie konnten die benötigten 20 Prozent aller Wählerstimmen in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) für sich vereinnahmen. Nur zwei Tage zuvor hatte sich völlig überraschend das verantwortliche Windenergie-Unternehmen des geplanten Windparks aus dem Projekt verabschiedet.

Entscheidung über Ausstieg per E-Mail

Der Projektpartner Energiequelle GmbH hatte am Freitagabend die Stadt darüber informiert, dass er den ausgehandelten Nutzungsvertrag für den Windpark "Bruchsal Süd“, unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheides, nicht unterzeichnen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt stand die Zusage des Projektpartners. Zu lesen war in einer Pressemeldung: "Die Nachricht erreichte die Stadt per E-Mail und völlig überraschend".

Aufgrund der Absage werden neue Vertragsverhandlungen mit weiteren Projektierern notwendig.

Bürgerentscheid zu Windkraftanlagen fand wie geplant statt

Der Bürgerentscheid solle wie geplant stattfinden, so entschied die Stadt Bruchsal zeitnah. Die Fragestellung im Bürgerentscheid bezog sich auf den Gemeinderatsbeschluss vom 27. Mai 2025 und damit auf die Bereitstellung städtischer Waldflächen für den Windpark "Bruchsal Süd", unabhängig von einem für das Projekt verantwortlichen Unternehmen.

Bürgerentscheid über vier Windräder im Bruchsaler Wald
Über die vier Anlagen in den blau eingefärbten Flächen stimmen die Bruchsaler ab.

Eine Bürgerinitiative gegen die Windräder hatte den Bürgerentscheid durchgesetzt. Die Mehrheit im Gemeinderat und die Verwaltung wollen die Windkraftanlagen auf jeden Fall bauen. Bedenken kommen allerdings von Anwohnern in den Ortsteilen Obergrombach und Helmsheim. Sie wollen keine Windräder in ihrem Wald haben.

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Es geht nur um Windräder auf städtischen Flächen

Gegen drei weitere Anlagen, die auf Privatgrund entstehen sollen, hatten die Gegner mit ihrem Bürgerentscheid ohnehin keine Handhabe. Ebenfalls kein Thema beim Bürgerentscheid waren die zwei geplanten Windparks Bruchsal-Ost bei Heidelsheim und Bruchsal-Nord nordöstlich der Kernstadt.

Bürgerentscheid über vier Windräder im Bruchsaler Wald
Mit Plakaten werben Gegner und Befürworter der Windkraftanlagen für ihr Anliegen in Bruchsal.

Windkraftgegner warnen vor der Zerstörung des Waldes

Die Bürgerinitiative "Kein Windrad im Wald" warnt vor der Zerstörung von Waldflächen in einer ohnehin waldarmen Region.

Die Windkraftgegner sind der Meinung, die Stadt treibe ihre Pläne ohne Rücksicht auf negative Folgen voran, um sich Subventionen zu sichern und schlechte Haushaltszahlen zu kompensieren. Außerdem sei die Windhöffigkeit, also das durchschnittliche Windaufkommen, am Standort Bruchsal-Süd nicht so gut wie bei anderen Standorten.

Im windschwachen Süddeutschland Windräder zu bauen, ist volkswirtschaftlicher Unsinn. Das bezahlen wir alle mit unseren Steuergeldern.

Befürworter der Windräder und die Stadt Bruchsal weisen darauf hin, dass nur Wirtschaftswald, aber keine Waldbiotope betroffen wären. Die für den Bau der Windräder benötigen Flächen liegen bei insgesamt rund vier Hektar und machten damit nicht einmal zwei Prozent der Waldfläche aus.

Bürgerentscheid über vier Windräder im Bruchsaler Wald
"Nein" bedeutet "Ja" bei der Abstimmung über vier Windräder in Bruchsal.

Stadt wirbt mit Bürgerwindrädern und regelmäßigen Einnahmen

Die Stadt und Bruchsals Oberbürgermeister Sven Weigt (CDU) verweisen darüber hinaus auf Pachteinnahmen und Einnahmen aus der Einspeisevergütung in Höhe von rund einer Million Euro pro Jahr. Außerdem bestehe die Möglichkeit, Bruchsaler Bürger beispielsweise über eine Genossenschaft an dem Projekt zu beteiligen.

Wenn städtische Waldflächen zur Verfügung gestellt werden, hat die Stadt besseren Einfluss auf die Standorte.

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