Nach dem E-Scooter-Unfall in Graben-Neudorf meldet sich Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zu Wort. "Der Regelbruch ist die Regel", sagte er. Er fordert, dass die örtlichen Polizeibehörden "da jetzt auch mal zulangen". Wer etwa durch die Fußgängerzone rase, solle ein Bußgeld bekommen. Auch dürften nicht zwei Personen auf einem E-Scooter fahren.
15-Jährige auf E-Roller soll Seniorin überfahren haben
Hintergrund ist, dass eine 15-jährige Jugendliche im Verdacht steht, am Samstagnachmittag in Graben-Neudorf eine 84-jährige Fußgängerin mit ihrem E-Scooter angefahren zu haben. Laut Polizei fuhr die Jugendliche über den Parkplatz eines Einkaufszentrums, wo die Seniorin zu Fuß unterwegs war. Auf dem Roller fuhr verbotenerweise eine ebenfalls 15-Jährige mit.
Nach Zusammenstoß mit E-Scooter: Seniorin stirbt im Krankenhaus
Aus bislang ungeklärter Ursache prallte die E-Scooter-Fahrerin gegen die Passantin, die daraufhin stürzte und sich verletzte. Trotz umgehender medizinischer Versorgung in einem Krankenhaus starb die 84-Jährige am Folgetag aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen.
Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nun gegen die Scooter-Fahrerin unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit der Verkehrspolizei Karlsruhe in Verbindung zu setzen.
2024 gab es mehr Unfälle als im Vorjahr
Laut der Verkehrsunfallbilanz des Innenministeriums waren die Elektro-Roller in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr in fast 1.500 Verkehrsunfälle verwickelt, knapp 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Sieben Menschen kamen bei Unfällen mit einem E-Roller ums Leben, vier mehr als im Jahr zuvor.