Die Asiatische Hornisse breitet sich in Badem-Württemberg weiter aus und sorgt bei Imkern sowie Obst- und Weinbauern für wachsende Sorgen. Nach Angaben des BW-Umweltministeriums hat sich die Zahl der gemeldeten Nester innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – 2025 waren es knapp 3.300. Trotz zahlreicher Bekämpfungsmaßnahmen rechnen die Behörden mit weiter steigenden Nestzahlen.
Nicht jedes Nest muss beseitigt werden
Die invasive Art wird seit 2023 vom Bundesumweltministerium als "weit verbreitet" eingestuft. Damit entfällt die Pflicht, jedes Nest zu entfernen. Eine flächendeckende Beseitigung sei kaum umsetzbar, teuer und habe nur geringe Wirkung, erklärte das baden-württembergische Umweltministerium. Die Landesanstalt für Bienenkunde koordiniert Einsätze durch geschulte Expertinnen und Experten mit spezieller Schutzausrüstung.
Gefahr für Bienen und Landwirtschaft wächst
Für Honigbienen stellt die invasive Art eine Gefahr dar. Und damit kann sie auch die Imkerei sowie Obst- und Weinbau beeinträchtigen. Stiche können allergische Reaktionen auslösen, warnte die Landesanstalt für Bienenkunde. Die Tiere sind zwar weniger aggressiv gegenüber Menschen als Wespen, verteidigen jedoch ihr Nest energisch. Die Art gelangte über Warenlieferungen nach Europa, wurde 2004 erstmals nachgewiesen und erreichte 2014 Deutschland. Karlsruhe gilt weiterhin als ein Hotspot der Ausbreitung in BW.
Von Südostasien nach BW
Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien, ist kleiner als heimische Hornissen, mit dunklem Körper und gelben Füßen. Ihre sogenannten Gründungsnester entstehen oft in Schuppen oder Rollladenkästen, im Sommer ziehen die Kolonien in Baumwipfel. Dort werden die Sekundärnester meist erst im Herbst sichtbar. Die Tiere ernähren sich unter anderem von anderen Insekten und sind nicht aggressiver als heimische Hornissen.