Auch einen Tag nach der verheerenden Explosion in Ubstadt-Weiher (Landkreis Karlsruhe) sind die Ermittlungsbehörden weiter auf der Suche nach der Unglücksursache. Sachverständige und Polizeibeamte sind am Ort des Geschehens, mithilfe einer Drohne dokumentieren sie das Ausmaß der Schäden und suchen in den Trümmern des eingestürzten Hauses nach Hinweisen. Bei den Nachbarn im Ort herrscht große Betroffenheit. Weiterhin ist ein Mensch schwer verletzt in ärztlicher Obhut.
Inzwischen wurde die Ursache gefunden:
Bedienfehler an Gasflasche Eingestürztes Haus in Ubstadt-Weiher: Die Ursache der Explosion steht fest
Die Ursache für den Einsturz des Hauses in Ubstadt-Weiher ist laut Polizei ein Bedienfehler an einer Gasflasche. Das hat der Ursachensachverständige der Polizei herausgefunden.
Eingestürztes Haus hinterlässt Trümmerberg
Von der Hauptstraße im Ortsteil Weiher aus ist das Ausmaß der Schäden nur zu erahnen. Im Hof dagegen zeigt sich ein chaotisches Bild. Wo der Schuppen stand, ist jetzt ein einziger Trümmerberg, übersät von Schutt und Balken. Der Wintergarten am Wohnhaus wurde von der Druckwelle der Explosion weggerissen. Der Schuppen mit dem Anbau ist völlig zerstört. Es riecht modrig.
Noch gibt es keine offiziellen neuen Erkenntnisse zur Unglücksursache. Doch die Ermittlungen der Kripo und der Staatsanwaltschaft laufen auf Hochtouren, so ein Polizeisprecher.
In Ubstadt-Weiher steht das Dorf unter Schock
Zum Gesundheitszustand seiner Eltern, vor allem wie es dem schwerverletzten Vater gehe, dazu möchte sich der Sohn des Hausbesitzer-Ehepaares, der bei den Untersuchungen ebenfalls vor Ort ist, nicht näher äußern. "Den Umständen entsprechend", sagt er und bittet um Verständnis, dass er für weitere Auskünfte nicht zur Verfügung stehe. Es sei einfach alles zu viel und im Dorf werde ohnehin schon viel geredet.
Überhaupt herrscht an diesem Tag eine bedrückende Stille in Weiher, kaum jemand ist auf der Straße zu sehen. Schockstarre. Der Motorradladen schräg gegenüber dem Unglückshaus ist geschlossen, das Schaufenster mit Brettern und Folien verbarrikadiert. Durch die Explosion war die komplette Scheibe zerstört worden.
Nach Explosion massive Schäden am Nachbarhaus
Ludwig und Michaela Münch wohnen im Nachbarhaus, unmittelbar neben dem explodierten Haus. Sie haben durch die Wucht der Explosion ebenfalls massive Schäden an ihrem Haus und Anwesen erlitten. "Vier Fensterscheiben sind kaputt, das Garagentor ist verzogen, die Hauswand hat Risse und die Kellertür wurde mitsamt der Verankerung eingedrückt", berichtet Ludwig Münch, "auch die Satelliten-Antenne wurde regelrecht durchlöchert und am Carport hat es die ganze Rückwand herausgerissen."
Ob und inwieweit die neue Solaranlage auf dem Dach Schaden genommen hat, müsse jetzt erst mal ein Fachbetrieb ermitteln. Nun sei man bereits mit der Versicherung und Handwerkern im Gespräch, es gebe viel zu tun.
Wir waren nicht zu Hause, als es passierte. Das war unser großes Glück.
Das Ehepaar Münch war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht im Haus. "Das war unser großes Glück", meint Ludwig Münch, dem die schlimmen Ereignisse des Vortages noch deutlich anzumerken sind, "meine Frau war arbeiten und ich war gerade einkaufen, als es passiert ist."
Nachbarn waren ganzen Tag mit Aufräumen beschäftigt
Als er nach Hause zurückkam, sah er nur eine Qualmwolke über dem Haus und war schockiert, als er das ganze Ausmaß der Schäden sah. Der ganze Hof lag voller Scherben, hinter dem Haus herrschte totales Chaos, der Hund, der zu Hause war, war total verstört. "Wir haben erst mal den ganzen Nachmittag nur gefegt und aufgeräumt. Abends waren wir völlig platt", so Ludwig Münch.
Sorge um den Gesundheitszustand des Nachbarn
Aber von den eigenen Hausschäden abgesehen sind beide vor allem in großer Sorge, wie es ihren Nachbarn geht. Man sei schon lange gut befreundet, erzählt Michaela Münch, ab und zu habe man sich gegenseitig besucht. "Was passiert, ist passiert. Das Wichtigste ist jetzt, dass unser Nachbar dieses Unglück gut übersteht und hoffentlich wieder gesund wird." Und ihr Mann fügt hinzu: "Dinge kann man ersetzen, aber ein Menschenleben nicht."