Im vergangenen Mai soll ein 29-Jähriger seinen Begleiter in Eisingen im Enzkreis vor ein Müllauto gestoßen und damit schwer verletzt haben. Deshalb muss er sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten. Der 29-Jährige möchte sich vor Gericht nicht zur Tat äußern.
Mann im Enzkreis vor Müllauto gestoßen: War es versuchter Totschlag?
Auch ein halbes Jahr danach habe der 18-Jährige Probleme mit seinem rechten Bein, über das das Müllauto gerollt war. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, soll der angeklagte Karlsruher zuvor bei einer Taxifahrt nach Eisingen eine Frau sexuell belästigt haben.
Als sein 18-jähriger Begleiter dazwischen gehen wollte, sei es zum Streit gekommen. Mit einer Todesdrohung habe er den 18-Jährigen dann vor das Müllauto gestoßen, so der Vorwurf.
Müllauto überrollte Mann teilweise
Das Fahrzeug konnte laut Staatsanwaltschaft nicht mehr rechtzeitig bremsen und überrollte den Mann teilweise. Er kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, Lebensgefahr bestand aber nicht. Der mutmaßliche Täter flüchtete nach der Tat und wurde kurze Zeit später gefasst. Er saß in Untersuchungshaft.
Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag, Beleidigung, sexuelle Belästigung, Bedrohung, Eingriff in den Straßenverkehr und Körperverletzung. Für den Prozess vor dem Landgericht Karlsruhe sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.
Emotionale Aussagen beim Prozess am Landgericht
Am ersten Tag der Gerichtsverhandlung kochten die Emotionen zwischendurch hoch. Als der Verteidiger Details zum Liebesleben des 18-Jährigen, der auch als Nebenkläger auftritt, wissen wollte, kam es zu hitzigen Diskussionen mit seinem Anwalt. Der Richter ging dazwischen und entschied, dass die Frage nicht zugelassen wird.
Anschließend berichtete die 20-jährige Frau als Zeugin von der mutmaßlichen sexuellen Belästigung. Sie erzählte von Beleidigungen des Angeklagten während der Taxifahrt. Den Tränen nah zeigte sie den Richtern, wo der Angeklagte sie angefasst haben soll.