285 Kilometer voller Höhepunkte

Sanfte Hügel und dichte Wälder: Westweg im Schwarzwald feiert Geburtstag

Der Westweg wurde vor 125 Jahren vom Schwarzwaldverein als erster Weitwanderweg des Landes Baden-Württemberg angelegt. Zum Jubiläum finden zahlreiche Veranstaltungen statt.

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Von Autor/in Peter Lauber

Als Väter des Westwegs gelten Philipp Bussemer und Julius Kaufmann, die im Jahre 1900 die ersten Markierungen anbrachten - schon damals war das die bis heute typische rote Raute. Der Westweg entwickelte sich bald zu einer der beliebtesten Wandertouren und zählt heute zu den Top 13 der besten Fernwanderwege Deutschlands.

Auf rund 285 Kilometern führt der Weg von Pforzheim im Norden über die höchsten Schwarzwaldgipfel bis nach Basel im Süden. Er durchquert dabei die faszinierende Vielfalt der Schwarzwaldlandschaft - von sanften Hügeln und dichten Wäldern bis hin zu alpinen Höhenzügen mit atemberaubenden Aussichten.

Westweg im Schwarzwald: Von Gipfel zu Gipfel

Der Startpunkt liegt in Pforzheim, wo der Weg durch das Enztal hinauf in die Höhen des Nordschwarzwalds führt. Über den Hohlohturm und das Hochmoor Kaltenbronn verläuft die Route weiter durch die Nationalparkregion rund um Ruhestein. Ein erster Höhepunkt ist der Abschnitt über die Hornisgrinde, mit 1.164 Metern der höchste Berg des Nordschwarzwalds. Von dort bietet sich ein weiter Blick bis zu den Vogesen.

Der Mittlere Schwarzwald zeigt sich mit seinen typischen Bauernhöfen, Weideflächen und tief eingeschnittenen Tälern. Beschauliche Städtchen wie Hausach, Schonach und Triberg mit Deutschlands höchsten Wasserfällen laden zum Verweilen ein.

Im Südschwarzwald gabelt sich der Weg in eine westliche und eine östliche Route. Auf der westlichen Variante erreicht er alpine Höhen mit dem 1.493 Meter hohen Feldberg als höchstem Gipfel des Schwarzwalds. Auf beiden Routen führt der Weg über ausgedehnte Wiesenlandschaften und dunkle Wälder hinunter ins Rheintal und nach Basel - das südliche Ende der Route.


Westweg: 8.000 Höhenmeter sind sportliche Herausforderung

Dass der Westweg nicht nur landschaftlich, sondern auch sportlich zu den anspruchsvollsten Fernwandertouren in Deutschland zählt, belegen die schweißtreibenden knapp 8.000 Höhenmeter, die es zu überwinden gilt. Dafür werden Wanderer mit traumhaften Aussichten belohnt - bei günstiger Wetterlage bis zu den weiß glitzernden Gipfeln der Schweizer Alpen.

Der Westweg kann - je nach Kondition - auf 12 bis 14 Etappen erwandert werden, jeweils zwischen 15 und 30 Kilometer lang. Wanderer können den Weg flexibel gestalten - ob als sportliche Mehrtageswanderung oder in entspannterem Tempo mit Übernachtungen in charmanten Schwarzwaldorten.

Westweg bietet Schwarzwaldromantik pur

Die Tour bietet aber auch intensive Begegnungen mit der Kultur des Schwarzwalds. Typische Vesperstuben, traditionelle Kuckucksuhren, regionale Spezialitäten wie Schinken, Kirschwasser und die berühmte Schwarzwälder Kirschtorte machen den Weg zu einem Genuss für alle Sinne.

Die durchgehend gute Beschilderung mit dem roten Raute-Symbol, zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und eine gute Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr machen den Schwarzwald-Westweg ganzjährig zu einem attraktiven Wandererlebnis - egal ob am Stück oder in einzelnen Etappen.

Auf geführten Etappenwanderungen den Westweg entdecken

Im Jubiläumsjahr bieten die Ortsvereine des Schwarzwaldvereins an jedem Wochenende und an den Feiertagen geführte Etappenwanderungen an. Die erste Tour am Samstag ist 25 Kilometer lang und führt von der Goldenen Pforte am Kupferhammer in Pforzheim über Neuenbürg und die Schwanner Warte nach Dobel. Auf der zweiten Westwegetappe am Sonntag gelangen die Wanderer bis ins Murgtal nach Forbach (Kreis Rastatt). Der Schwarzwaldverein bietet an dem Wochenende auch leichtere Rundwanderungen und Familientouren an. An beiden Tagen gibt es auf dem Dobler Dorfplatz eine Hocketse mit Trachtentanz-Aufführungen.

Jubiläumsgala in St. Märgen mit Max Mutzke

Das große Jubiläumsfest am 14. Mai in St. Märgen wartet neben einem Festakt mit zahlreichen Mitmachaktionen und Informationen rund ums Wandern auf. Am Nachmittag berichtet der ehemalige SWR-Journalist Klaus Gülker über die ersten Eindrücke seiner Süd-Nord-Tour auf dem Westweg. Seine Erlebnisse veröffentlich Gülker auch in einem Reiseblog. Als Höhepunkt gilt die musikalische Lesung des aus dem Schwarzwald stammenden Sängers Max Mutzke.

Zum Jubiläum wurden entlang der Strecke an Aussichtspunkten auch neue Sitzbänke aufgestellt. Besonderer Hingucker ist ein "Halbzeit-Selfie-Spot" am Hubertfelsen bei Oberprechtal. Wer möchte, kann seine schönsten Westweg-Momente aus Social Media mit dem Hashtag #westweg125 versehen und wird so Teil einer Bildergalerie. Auf dem Instagram-Kanal @visitblackforest gibt es zudem die Möglichkeit, sich an einem Fotowettbewerb zu beteiligen und Preise zu gewinnen.

Das komplette Programm des Schwarzwaldvereins zum Westweg-Geburtstag mit Infos zu allen Etappenwanderungen und Aktionen finden Sie auf der Jubiläumsseite "125 Jahre Westweg".

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