Badebetriebe schlagen Alarm

Trotz Personalmangels in Karlsruhe: Warum Bademeister sein Spaß macht

Pünktlich zu Beginn der heißen Jahreszeit schlagen die Karlsruher Bäderbetriebe Alarm: Es fehlen die "Bademeister". Ein Freibad ist aus diesem Grund bereits zeitweise geschlossen.

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Von Autor/in Simon Hartmann

Kopfschüttelnd steht er da, Oliver Sternagel, Chef der Karlsruher Bäder. Er versteht nicht, weshalb sich der Personalmangel in den Karlsruher Schwimmbädern so zugespitzt hat. "Wenn ich die Zeitung aufschlage und lese, wie viele Jugendliche einen Job suchen, frage ich mich: 'Wo sind die alle?'"

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Rheinstrandbad in Karlsruhe teilweise geschlossen

Aktuell fehlen in zehn Bädern mit insgesamt 25 Badeaufsichten sechs Vollzeitkräfte, erklärt Sternagel. Das Rheinstrandbad Rappenwört muss wegen des Personalmangels sogar an drei Tagen in der Woche geschlossen bleiben, so der Bäderchef. An der Bezahlung könne es nicht liegen, meint Sternagel. So läge das Gehalt bei rund 3.000 Euro brutto plus Zuschlägen.

Sternagel sorgt sich außerdem um die Belastung seiner Angestellten:

Es geht immer zulasten der Mitarbeiter, wenn wir zu wenig sind.

Es ginge nicht ums Geld. Lieber wolle er zwei bis drei Mitarbeiter mehr einstellen als zu wenige, so der Geschäftsführer.

Ein Becken, um Bahnen zu schwimmen im Turmberger Freibad in Karlsruhe.
Es braucht viel Personal, um die insgesamt drei Becken sowie mehrere Rutschen im Turmberger Freibad zu beaufsichtigen.

Personalmangel: Sternagel kritisiert fehlende Motivation

Sternagel sieht ein Problem bei der Arbeitsmoral potenzieller Mitarbeiter. "Ich glaube, es hat etwas mit Motivation zu tun", so der Bäderchef. Am Wochenende arbeiten sowie Schichtdienst, das sei einigen wohl zu viel, vermutet Sternagel.

Dabei sei die Arbeit als Fachkraft für Bäderbetriebe (FAB) besonders abwechslungsreich. Karola Thiemecke, Meisterin für Bäderbetriebe, erzählt, was ihr an diesem Beruf so viel Freude bereitet.

FAB: Mehr als nur Beckenaufsicht

Grünschnitt, technische und handwerkliche Fähigkeiten sowie Hygienemanagement: Thiemecke weiß, worauf es als Fachkraft für Bäderbetriebe ankommt. Darüber hinaus sei ihr die Arbeit mit Menschen ein besonderes Anliegen.

Der Pumpenkeller des Turmberg Freibads in Karlsruhe.
Wer im Turmberg Freibad arbeitet, setzt sich auch mit technischen Gerätschaften auseinander.

Jeder, der einen grünen Daumen hat, ist im Freibad herzlich willkommen. Jeder, der gerne mit Kindern zusammenarbeitet, ist hier Willkommen und jeder, der sich handwerklich ausprobieren möchte, sowieso.

Straftaten in Freibädern: Wenig Gefahr in Karlsruhe

Freibäder sind ein Ort der Erholung und des Vergnügens. Für manche aber auch ein Ort, um aufgestaute Energie herauszulassen - manchmal auch auf gewalttätige Art und Weiße. Im Jahr 2023 wurden laut polizeilicher Statistik 1.105 Straftaten in Baden-Württembergs Freibädern verzeichnet.

In Karlsruhe sei es allerdings äußerst ruhig. "Übergriffe gehen gegen null", sagte Sternagel. Die Angst vor Gewalt oder anderen Straftaten mache er nicht für den Personalmangel verantwortlich. Bademeisterin Thiemecke ergänzt: "In 15 Jahren habe ich einmal erlebt, dass es ein bisschen handgreiflicher wurde. Ich finde, das geht schon."

Das honorieren die Besucher: "Ich fühle mich sicher", sagte ein Badegast dem SWR. Der Engpass an Mitarbeitern scheint für die Gäste ebenfalls nicht spürbar zu sein. "Mir ist kein Personalmangel aufgefallen, es ist alles sauber und ich fühle mich hier gut aufgehoben", sagte ein Dauergast.

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