Das Rheinstrandbad in Karlsruhe-Rappenwört wird dieses Jahr vermutlich doch öffnen. Zumindest hat die Stadt am Mittwoch einen Plan vorgestellt, mit dem ein Betrieb möglich wäre. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Förderverein, der sich extra zur Rettung des Rheinstrandbads gegründet hatte. Vorher muss aber noch der Gemeinderat darüber entscheiden.
Freibad öffnet im Sommer 2026 nur teilweise
Der Plan der Stadt sieht verschiedene Maßnahmen vor, mit denen beim Betrieb des Rheinstrandbads Geld gespart werden soll. So soll unter anderem das Bad nur von Pfingsten bis August und auch nur von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr geöffnet werden. Voraussichtlich geschlossen bleiben müssten aber das Mehrzweckbecken sowie das Kinderplanschbecken, wie Bürgermeisterin Yvette Melchien am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mitteilte.
Uns allen ist dieses Bad lieb und teuer. Deshalb bin ich sehr froh und dankbar, dass wir einen Vorschlag (zum Betrieb des Rheinstrandbads) machen dürfen.
Teil des Plans ist auch der Förderverein, der sich erst vor kurzem gegründet hatte. Er will nach Möglichkeit bei der Badeaufsicht unterstützen. Zudem will der Verein Events veranstalten, durch die ebenfalls Einnahmen generiert werden sollen.
Sparmaßnahmen reichen trotzdem nicht
Insgesamt will die Stadt so laut ihrem Plan rund 149.000 Euro einsparen. Das Problem: Die Stadt verfehlt ihr Einsparziel damit trotzdem um fast 253.000 Euro. Zumindest in diesem Jahr soll der Fehlbetrag über das Budget der Karlsruher Bäderbetriebe inklusive Fächer- und Europabad ausgeglichen werden. Für die Zukunft des Rheinstrandbads müssten langfristig aber andere Lösungen her.
Der Ball liegt jetzt beim Karlsruher Gemeinderat, um zu sagen, ob es auch 250.000 Euro mehr sein dürfen, um Rappenwört größtmöglich zu öffnen.
Sparen ohne Abstriche nicht möglich
Eigentlich sollte das Rheinstrandbad Rappenwört die nächsten zwei Jahre geschlossen bleiben. Rund 900.000 Euro hätte man durch die zeitweise Schließung gespart. Mit dem Geld sollten die technischen Anlagen im Bad gepflegt werden, damit man in Zukunft wieder öffnen könne.
Um Rappenwört ganz zu öffnen, hätten zwei andere Bäder in Karlsruhe geschlossen bleiben müssen. Wenn man sparen muss, tut es immer weh.
Dass das Bad aller Voraussicht nach auch dieses Jahr zumindest teilweise öffnen werde, sei bereits ein Erfolg, so Bürgermeisterin Yvette Melchien. Natürlich sei es schade, wenn das Mehrzweckbecken und das Kinderplanschbecken geschlossen bleiben müssten. Die finanzielle Lage der Stadt lasse aber kaum andere Möglichkeiten zu, erklärte Melchien.
Förderverein will Rheinstrandbad Rappenwört "retten"
Um die zeitweise Schließung zu vermeiden, hatte sich im letzten Jahr ein Förderverein gegründet, der der Stadt beim Betrieb des Rheinstrandbads helfen möchte. Für die Vorsitzende Daniela Christ ist das Rheinstrandbad ein ganz besonderer Ort. Ein Tag dort fühle sich für sie oft an wie mehrere Tage Urlaub.
Wir möchten einen finanziellen Beitrag leisten und über Veranstaltungen Spenden sammeln.
Um das Rheinstrandbad nicht nur zu erhalten, sondern auch attraktiver zu machen, will der Förderverein zum Beispiel den Strandgut-Kiosk wieder öffnen. Dort sollen sich Besucher Material für Spiele wie Tischtennis und andere Freizeitbeschäftigungen ausleihen können.
Als noch junger Förderverein möchten wir uns so gut engagieren, wie wir können. Damit das Rheinstrandbad auch 2027 eine Zukunft hat.
Auch beim Freibad "Wölfle" packen Ehrenamtliche mit an:
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Entscheidung über Schwimmbad fällt Ende April
Sollte der Gemeinderat der Stadt Karlsruher dem jetzt vorgestellten Plan zustimmen, soll der Saisonbetrieb im Rheinstrandbad mit 500.000 Euro pro Jahr finanziert werden. Eine Entscheidung darüber fällt in der Gemeinderatssitzung am 28. April.