Die Ruine der St. Barbara-Kapelle in Langensteinbach im Landkreis Karlsruhe ist sagenumwoben. So sollen sich dort verschiedene Geisteswesen, auch Entitäten genannt, herumtreiben. Diese wollen die Beyond Para Hunters aufspüren. Zwei SWR-Reporter waren dabei.
Geisterjagd: Das Ghosthunter-Einmaleins der Para Hunters
"Mit amerikanischen Horrorfilmen, hat das was wir machen, nicht viel zu tun", stellte Marc Weber, Gründer der Beyond Para Hunters, klar. Er hatte sich schon lange gefragt, ob es ein Leben nach dem Tod gibt? Dieser Frage ging er nach und suchte dafür Gleichgesinnte. Das sechsköpfige Team "jagt" keine Geister, sondern will sie aufspüren und Kontakt zu ihnen aufnehmen. Dazu braucht es eine Menge an technischen Gerätschaften.
Die Beyond Para Hunters haben mächtig investiert. Rund 3.000 Euro koste das Equipment, sagt Weber. Hauptsächlich aus den USA aber auch aus Großbritannien werde eingekauft.
Besonders wichtig ist das EMF-Meter. Das Gerät misst elektro-magnetische Strahlung. Es reagiert, wenn sich eine Person oder eine "Entität" nähert. Dann blinken die Lämpchen.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die ITC-Box. Mit ihr versuchen die Ghosthunter mit der "Anderswelt", wie sie es nennen, zu kommunizieren. Der Apparat ist mit tausenden Worten gefüttert und reagiert ebenfalls auf elektro-magnetische Strahlung. Schlägt das Gerät an, werden Begriffe ausgegeben.
Normales Gespräch anstatt Beschwörung
Im Hinterhof der Kapelle platzieren sich die Ghosthunter für ihre Sitzung. Wer jetzt mit großen zeremoniellen Worten rechnet, sieht sich getäuscht. "Es läuft wie ein normales Gespräch ab", erklärt Isabel Barth, Mitglied bei den Beyond Para Hunters. In einer Begrüßungsrunde stellt Isabel alle Teilnehmer der Runde vor - auch das SWR-Team. "Das gebietet der Respekt gegenüber den Geisteswesen", sagt Isabel.
Die Geräte stellen ihre Funktion zügig unter Beweis. Das EMF-Meter blinkt und die ITC-Box wirft fleißig Worte aus. Die Beyond Para Hunters wissen diese Interaktion zu deuten. Sie vermuten die Seele eines verstorbenen Kindes in der Ruine.
Geistersuche: Strömender Regen beendet Sitzung
Für rund eine Stunde herrscht ein reges Treiben an piependen Geräuschen, aufflakernden Lichtern und ausgegebenen Worten durch die ITC-Box. Ein heftiger Schauer beendet die Sitzung allerdings abrupt. Bei Regen funktionieren die Geräte nicht.
SWR-Reporter Heiner Kunold berichtet im Audio-Beitrag über seine Eindrücke.
Im Keller der Ruine gibt es nochmal eine letzte Kontaktaufnahme mit der "Anderswelt". Über das sogenannte "Portal" versucht Marc mit den Geisterwesen zu sprechen - diese wirken verstimmt. Das Rauschen aus der Box, welches durchaus Worte erkennen lässt, interpretiert Weber als Wunsch nach Ruhe. Nach nur ein paar Minuten beenden die Beyond Para Hunters das Gespräch.
Beyond Para Hunters: Angebot zum Vorbeischauen
Marc Weber weiß, dass nicht alle sein Hobby verstehen können. Wer Interesse hat, darf gerne auf einen Trip mit seinem Team mit, sagt er. "Manche denken danach dann anders über die Angelegenheit", erklärt der Karlsruher. Andere wiederum seien nach wie vor skeptisch. Das sei ihm aber egal - er lasse sich nicht beirren.