Die Oberrheinebene zwischen Mannheim und Kehl ist ab Montag Aufmarschgebiet für eine große Truppenübung der Bundeswehr. Dabei kommen bis zu 800 Soldaten und 100 Feldjäger zum Einsatz. Rund um Karlsruhe, Bruchsal, Speyer und Heidelberg muss in den kommenden Tagen mit einem erhöhten Militäraufkommen gerechnet werden.
Gerät und Material kommen in Kehl an
Fast 30 Eisenbahnwaggons mit militärischem Material für die Übung sind am Montag in Kehl (Ortenaukreis) angekommen. Das Gerät wurde zum Weitertransport an die jeweiligen Einsatzorte der Bundeswehrübung auf Lastwagen umgeladen. Bis Donnerstag in der kommenden Woche üben die eingesetzten Soldaten verschiedene militärische Szenarien.
Die große Übung trägt den Namen "Orange Road". Geübt wird ein Einsatz im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung. Dabei ist der Einsatzort fiktiv, beschreibt der stellvertretende Kommandeur des 3. Feldjägerregiments, Oberstleutnant Daniel Ulrich, die Situation. Das Ganze hat aber einen realen Hintergrund: "Es könnte zum Beispiel ein Einsatz in Litauen geübt werden", erklärt Ulrich die Situation.
Höhepunkt ist die Unterstützung und Sicherung einer großen Pionieraktion am kommenden Wochenende. Dann soll eine große Pontonbrücke über den Rhein bei Speyer geschlagen werden. Feldjäger sichern das Vorhaben und regeln weiterhin den militärischen Verkehr. Aber schon vorher üben die Feldjäger des 3. Regiments den Schutz kritischer Infrastruktur. Ein Tanklager soll bewacht werden. Dabei könnte es auch um das immer aktuellere Thema Drohnenabwehr gehen.
Polizei der Bundeswehr soll für reibungslosen Ablauf sorgen
Als Polizei der Bundeswehr haben die Feldjäger aber noch weitere Aufgaben. Wie die zivile Polizei sind sie für Ermittlungen zuständig, wenn Soldaten Gesetze übertreten haben. Sie sind verantwortlich für Personen- und Objektschutz. Und sie sichern andere Bundeswehr-Verbände während ihres Einsatzes. In diesem Fall sind das Einheiten der 10. Panzerdivision. Dass die fiktive Übung durchaus einen realen Hintergrund hat, wird daran deutlich, dass die Panzerbrigade 45 als Teil der 10. Panzerdivision bereits in Litauen an der NATO-Ostflanke stationiert ist.
Weil sie dazu im öffentlichen Raum unterwegs sind und öffentliche Verkehrseinrichtungen benutzen, wird gleich noch die Zusammenarbeit mit zivilen Einsatzkräften von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr geübt. Auch die zivilen Kräfte werden also in dieser Woche verstärkt auf den Straßen zwischen Kehl, Bruchsal und Heidelberg unterwegs sein.
Auch in Rheinland-Pfalz startet am Montag eine Übung der Bundeswehr.
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