Nach über 20 Jahre langem Stillstand gibt es rund um die Ruine-Hundseck eine neue Entwicklung: Das Land Baden-Württemberg, die Stadt Bühl, die Gemeinde Ottersweier und das Landratsamt Rastatt haben sich auf einen gemeinsamen Weg verständigt. Kern der Einigung ist, einen baldigen Abriss der Hundseck-Ruine zu erreichen. Dieser könnte noch in diesem Jahr erfolgen. Als Zeitfenster für den Abriss wurde September 2026 genannt.
Kosten für Abriss der Ruine gehen in Hunderttausende
Die Kosten hierfür sollen aufgeteilt werden, das Land übernimmt dabei unter anderem die Entsorgungskosten. Die Stadt Bühl soll für den Abriss verantwortlich sein, das Landratsamt Rastatt für die Entsorgung des Materials. Die bisherigen Eigentümer, die finanziell auch in die Pflicht genommen werden sollen, hatten sich seit Jahren nicht mehr um das Gebäude gekümmert.
Die Stadt Bühl hatte nach langen Auseinandersetzungen im Jahr 2024 den Abriss der Ruine angeordnet. Die Kosten alleine hierfür wurden damals auf etwa 660.000 Euro veranschlagt. Diese Summe alleine werde aber nicht ausreichen, um alle anfallenden Kosten zu decken. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert und war ursprünglich ein Hotel. In den 1960er Jahren diente es als Erholungsheim für Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiet.
Wir sind froh, dass wir dieses leidige Kapitel an der Schwarzwaldhochstraße angehen können und der Schandfleck bald verschwindet.
Positive Reaktionen auf Einigung wegen Hundseck-Ruine
Matthias Bauernfeind, Oberbürgermeister der Stadt Bühl, zeigt sich erleichtert. Die Zusage des Landes sei ein elementarer Schritt für das Ende der Ruine. Sein Amtskollege Jürgen Pfetzer aus Ottersweier ist froh, dass es jetzt eine Perspektive gibt, den Missstand zu beseitigen. Das sei ein wichtiges Signal für den Tourismus und die Öffentlichkeit.
Der geplante Abriss wird nach Angaben des Landratsamts Rastatt in enger Abstimmung mit dem Naturschutz erfolgen. Wegen Fledermausvorkommen im Gebäude kann der Abriss frühestens im September dieses Jahres erfolgen.
"Schandfleck" im Schwarzwald: Eigentümer sollen zahlen
Die Behörde betonte, dass die Eigentümer der Ruine keinesfalls von ihrer Verantwortung entbunden sein. Man werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, sie in die finanzielle Pflicht zu nehmen, hieß es.