Gestiegene Kosten und weniger Besucher

Feiern für Jung und Alt: Clubs in Karlsruhe suchen neue Strategien

Heiße Clubnächte gehören der Vergangenheit an, die neue Generation feiert - aber anders. In Karlsruhe klagen deshalb Clubbetreiber über Umsatzeinbußen und zu hohe Kosten.

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Von Autor/in Louisa Guy-Sanchez

Durchtanzte Clubnächte gehören irgendwie zum Jungsein dazu, oder? Was bei der Generation Y (steht für die zwischen 1981 und 1995 geborenen Jahrgänge) noch selbstverständlich war, sieht bei der Generation Z (Jahrgänge 1995 - 2010) schon ganz anders aus. Diese Generation feiert zwar, geht aber weniger in Clubs und Diskotheken. Das sagen zumindest Clubbetreiber und auch der Bundesverband deutscher Discotheken. Ein Lagebericht aus Karlsruhe.

Social-Media-Beitrag auf Instagram von wirsindkarlsruhe

"2024 war schwierig für uns", sagt Robert Boras vom App Club. Seit 23 Jahren ist er dabei und weiß deshalb, wie herausfordernd die Situation heutzutage ist.

Wir sind am Ende der Nahrungskette. Wenn noch Geld übrig ist, gehen die Leute weg. Wir spüren den Geldmangel.

Er klagt über hohe Betriebskosten, gestiegene Personalkosten und die Schwierigkeit, gute Leute fürs Team zu finden: "Früher wollten noch viele Studis bei uns arbeiten, heute sucht keiner mehr einen Nebenjob." Auch das subjektive Sicherheitsgefühl habe abgenommen. Junge Mädchen fühlten sich abends und nachts unsicher und gingen deswegen weniger weg.

App Club: Clubs in Karlsruhe sind nicht wie Party in Ibiza

Die heutige Generation träfe sich lieber zum gemeinsamen Frühstücken mit Freunden, anstatt Party zu machen. Und wenn diese Generation feiere, dann solle das bitte alles genauso bunt und schillernd sein wie auf Instagram, wo die jungen Menschen teure Nachtclubs auf Ibiza anschauten und deshalb die Messlatte besonders hoch lägen, so Boras.

Festivals und Konzerte kosten Geld. Da bleibt nichts mehr übrig für den Club.

Clubs werden nicht mehr so gebraucht wie früher

Für Aurélie Bergen vom Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe e. V. sind die sozialen Medien mit Schuld am Clubsterben. Konkret spricht sie die Musikplattform Spotify oder die Dating-App Tinder an. Leute kennenlernen und Musik seien früher das Alleinstellungsmerkmal der Clubs gewesen. Das sei heute anders. Ihr Blick in die Branche ist vorsichtig optimistisch:

Wer gesellschaftliche Trends frühzeitig erkennt und aufgreift, wer sein Konzept an die veränderten Marktgegebenheiten anpasst und sein Angebot entsprechend ausrichtet, wer auf die sich ändernden Gästewünsche eingeht, wer seinen Betrieb professionell führt, wird nach wie vor erfolgreich sein.

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Clubs in Karlsruhe: Corona als Bruch

Jan Steinle vom Krokokeller in Karlsruhe kennt beide Seiten: Einerseits muss er den Club "Sägewerk" in Pforzheim zum Jahresende schließen, andererseits betreibt er den gut gehenden Krokokeller in Karlsruhe. Auch er weiß:

Die junge Generation geht gerne auf Festivals und deshalb eher nicht in den Club. Außerdem feiern die Leute seit Corona mehr privat. Corona war ein Bruch.

"Die heutige Generation Z ist die Generation, die keine Abifeier wegen Corona hatte. Sie wurde nie ins Clubfeiern eingeführt", so Steinle. Deshalb war der Studentenclub Sägewerk in Pforzheim nicht mehr rentabel. An Weihnachten öffnet er das letzte Mal.

"Krokokeller ist Institution unter den Karlsruher Clubs"

Der Krokokeller in Karlsruhe ist 42 Jahre alt. Er ist im Gegensatz zu anderen Clubs einer, der alle Generationen anzieht. Ein Erfolgsgeheimnis laut Jan Steinle.

Unser ältester Stammgast ist 62 Jahre alt.

Als Gäste kämen 50 Prozent Studierende, 25 Prozent Berufstätige und 25 Prozent ältere Leute. Die Berufstätigen seien zahlungskräftiger als die Studierenden. "Wir haben genügend Gäste", sagt Steinle. Aber: "Der Pro-Kopf-Umsatz und der Konsum sind extrem zurückgegangen." Dennoch sieht er die Lage positiv: "Wir haben ein tolles Team, die Leute kommen mit einem Lächeln zur Arbeit und das färbt auch auf die Besucher ab."

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