Am KIT entwickelt

Wäsche sortieren, Geschirr ausräumen: Humanoider Roboter ARMAR-7 lernt vom Menschen

Auf der Hannover Messe zeigt das KIT den humanoiden Roboter ARMAR-7. Er reagiert auf Sprache und Gesten und soll Menschen künftig im Alltag unterstützen.

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Stand

Von Autor/in Michael Lang

Auf der weltweit größten Industriemesse in Hannover geht es in diesem Jahr vor allem um Künstliche Intelligenz und Robotik. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) präsentiert dort den humanoiden Roboter ARMAR-7.

Der Roboter kann Aufgaben durch Interaktion mit Menschen erlernen, in natürlicher Sprache kommunizieren und komplexe Aufgaben autonom ausführen. Der weiße humanoide Roboter wird auf dem Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt präsentiert. 

Humanoider Roboter erkennt menschliche Absichten 

Tamim Asfour vom Institut für Anthropomatik und Robotik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erklärt, dass der Roboter die Absichten seines Gegenübers erkennen soll. "Der Roboter soll in der Lage sein, die Intention des Menschen zu erkennen. Das heißt, solange ich jetzt meinen Arm nicht ausstrecke, wird der Roboter nicht versuchen, mir das Objekt zu übergeben. Aber in dem Moment wird er das tun." 

Der Assistenzroboter reagiert auf Gesten und Sprache. ARMAR-7 soll später unter anderem in Altenheimen oder Krankenhäusern eingesetzt werden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten entwickelt Tamim Asfour gemeinsam mit seinem Team Assistenzroboter. ARMAR-7 sei dabei besonders beweglich und vielseitig einsetzbar. 

Humanoider Roboter ARMAR-7 vom KIT auf der Messe Hannover
Der Roboter ARMAR-7 und sein Erfinder Tamim Asfour: Der humanoide Roboter vom KIT auf der Hannover Messe.

ARMAR-7 kann neue Aufgaben lernen 

Asfour beschreibt die technische Ausstattung des Roboters. "Er hat über 30 Gelenke. Wir haben mehrere Augen oder mehrere Kameras. Das ist natürlich sehr wichtig, wenn es um Sicherheit geht. Wir haben eine mobile Basis, da sind Batterien und drei Rechner drin."

Mit seinen drei Rädern fährt der Roboter anschließend zur Spülmaschine, die er ausräumen soll. ARMAR-7 besitzt ein Gedächtnis und kann sich merken, wo er Objekte zuletzt gesehen hat. Außerdem ist er durch seine Programmierung in der Lage, neue Aufgaben zu erlernen. 

ARMAR-7 kann auch von Menschen lernen. "Der Roboter beobachtet zum Beispiel, wie ein Mensch einen Tisch wischt. Und dann versucht er ein generalisiertes Modell von dieser Handlung oder von dieser Aktion zu lernen, die er dann an unterschiedliche Situationen anpassen kann", erklärt Asfour.

Humanoider Roboter ARMAR-7 vom KIT auf der Messe Hannover
Der humanoide Roboter ARMAR-7 kann auch lernen. Nur durch Zugucken kann er später komplexe Aufgaben autonom ausführen.

Humanoide Roboter werden weiterentwickelt

Auch Wäsche sortieren kann der humanoide Roboter bereits: helle Kleidung in den einen, dunkle in den anderen Korb. Vieles funktioniere schon, allerdings noch nicht schnell genug für den Alltagseinsatz. 

Asfour erwartet deshalb noch einige Jahre Entwicklungszeit: "Ich erwarte, dass wir noch 5 bis 10 Jahre brauchen, bis wir wirklich Systeme einsetzen, die flexibel und vielseitig sind und die wir auch bedenkenlos einsetzen können. Das heißt, da spielt auch die Sicherheit der Interaktion zwischen diesen Robotern und Menschen eine zentrale Rolle."

Besonders wichtig sei für die Forschenden dabei, dass die Technologie vollständig in Deutschland entwickelt wurde "(...) - nicht nur die Mechanik, wie Elektronik, sondern auch die Software, also die Steuerung dieser komplexen humanoiden Roboter", so der KIT-Wissenschaftler Asfour.

Währenddessen faltet ARMAR-7 weiter Wäsche, räumt die Spülmaschine aus und sortiert Lebensmittel in der Küche. Autonome, KI-gesteuerte Roboter könnten den Alltag künftig deutlich verändern - und ARMAR-7 aus Karlsruhe könnte einer der Vorreiter sein. 

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