Nach Auseinandersetzung im Mai

Hochrisikospiel gegen FCK: Bessere Zusammenarbeit zwischen KSC und Polizei

Massive Kritik und Vorwürfe nach den Ausschreitungen beim letzten Derby zwischen KSC und FCK. Seitdem hat sich die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Fans und Verein verbessert.

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Von Autor/in Rebekka Plies

Am Rande des letzten Spiels zwischen den Fußballzweitligisten Karlsruher SC und 1. FC Kaiserslautern Anfang Mai war es zu einer Auseinandersetzung zwischen der Polizei und KSC-Fans gekommen. Danach folgte zunächst scharfe gegenseitige Kritik und dann Bemühungen die festgefahrene Situation zu verbessern. Vor dem nächsten Südwestderby zwischen KSC und FCK am Samstag stehen die Zeichen auf Entspannung.

Darum geht's:

Polizei, KSC, Stadtjugendausschuss: Zusammenarbeit hat sich deutlich verbessert

Seit dem Frühsommer wurden zahlreiche Gespräche zwischen Polizei, Karlsruher SC, der Stadt Karlsruhe und Fanvertretern geführt. Die unterschiedlichen Beteiligten sprechen vor dem erneuten Aufeinandertreffen von KSC und FCK gegenüber dem SWR von einer verbesserten Situation im Vergleich zu Mai.

Die Polizei Karlsruhe teilt auf Anfrage des SWR mit, dass die Vorfälle in der Vergangenheit nicht optimal liefen, diese seitens der Polizei und Vertretern des Karlsruher SC in mehreren Gesprächen zusammen aufgearbeitet wurden.

Vorrangig hat man dabei Kommunikationswege miteinander abgestimmt und optimiert.

Der Karlsruher SC bestätigt, dass die Vorkommnisse rund um das Derby mit der Polizei umfassend aufgearbeitet wurden. In diesem Zusammenhang wurden demnach auch die bestehenden Kommunikations- und Abstimmungsprozesse überprüft. Inzwischen gebe es einen regelmäßigen Austausch und auch die Kommunikation während und nach Spieltagen wurde "weiter optimiert".

Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis weiter auszubauen und die Zusammenarbeit im Sinne eines sicheren und geordneten Stadionerlebnisses kontinuierlich zu verbessern.

Der Fachbereichsleiter des Stadtjugendausschusses, der unter anderem für das KSC-Fanprojekt zuständig ist, sagte gegenüber dem SWR, dass es eine deutlich verbesserte Kommunikation zwischen allen Beteiligten gebe. Es seien gute und offene Gespräche im Nachgang des Spiels Anfang Mai geführt worden.

Die Entwicklung der vergangenen Monate sei insgesamt ein gutes Zeichen.

Leerer Innenraum des Wildparkstadions Karlsruhe
Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Stadtjugendausschuss und Verein hat sich nach Angaben der Verantwortlichen in den letzten Monaten verbessert.

Einsatzleitung bei KSC-Heimspielen erweitert

Fans und Verein bewerten außerdem positiv, dass die Einsatzleitung bei Heimspielen auf breitere Füße gestellt wurde. Die Verantwortlichen nähmen wieder regelmäßig an sogenannten Sicherheits- und Kurvengesprächen mit den Fans teil. Es werde mit Augenmaß gehandelt. Das komme auch bei den Stadiongästen an, heißt es aus dem Umfeld der Fans. Ein Einsatzleiter war rund um die Vorkommnisse insbesondere in die Kritik geraten. Er gehört weiterhin zum Team, allerdings sei die Einsatzleitung insgesamt breiter aufgestellt und spiegele mehrere Perspektiven wider.

Das war passiert: Verhärtete Fronten nach der Auseinandersetzung

Nach dem Heimspiel am 4. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern sprach Fußball-Zweitligist Karlsruher SC von einem "unverhältnismäßigen Polizeieinsatz". Karlsruher Fans wurden vor Anpfiff im Wildparkstadion mit Gewalt und Schlagstock zurückgedrängt. Der Fan-Dachverband Supporters legte gegen die Polizei nach. In einer Mitteilung schrieb er von "unberechenbaren und intransparenten Einsatztaktiken". Die Polizei ihrerseits kritisierte unmittelbar die angeblich laschen Einlasskontrollen.

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Das Verhältnis zwischen den Beteiligten hatte sich nach dem Pyro-Eklat vom 12. November 2022 im Wildparkstadion zusehends verschlechtert. Damals wurden bei einer Aktion von KSC-Ultras vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli elf Menschen teilweise schwer verletzt. Zahlreiche Verfahren beschäftigen nach wie vor das Landgericht Karlsruhe. Das Berufungsverfahren gegen drei Sozialarbeiter war am Donnerstag gegen Geldauflagen eingestellt worden.

Nach dem jüngsten Vorfall im Mai und ersten Gesprächen kündigten KSC, Fanvertreter und Polizei an weitere Gespräche führen zu wollen, um die Zusammenarbeit und Kommunikation zu verbessern.

Nach Auseinandersetzungen im Frühjahr - Ermittlungsverfahren gegen Polizisten eingestellt

Nach den Vorfällen waren mehrere Ermittlungsverfahren gegen Fans des KSC und einen Polizisten eingeleitet worden. Laut Staatsanwaltschaft Karlsruhe sei das Verfahren gegen den Polizisten inzwischen eingestellt worden, "weil der angezeigte Sachverhalt mit den zur Verfügung stehenden Beweismitteln nicht weiter aufgeklärt werden konnte". Die über 20 weiteren Ermittlungsverfahren gegen KSC-Fans laufen derzeit weiter.

Nach Ausschreitungen beim Spiel KSC gegen den FCK im Mai 2025 reichte die Polizei Karlsruhe 30 Ermittlungsverfahren ein.

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Man werde Fehlverhalten konsequent verfolgen unabhängig von der Vereinszugehörigkeit. Am Spieltag werden zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei, aber auch des Ordnungsdienstes des KSC für die Sicherheit der Zuschauer in und um das Stadion sorgen.

Verkehrsbehinderungen in und um Karlsruhe rund um das Spiel

Die Polizei empfiehlt Fans beider Vereine die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn der Adenauerring wird etwa zwei Stunden vor Spielbeginn für den Autoverkehr gesperrt. Für Heimfans wird es unter anderem einen Busshuttle vom Durlacher Tor im 10-Minuten-Takt zum Stadion geben.

Besuchern der Nordtribüne wird empfohlen, über den Schlossgarten zum Stadion zu laufen. Für bahnreisende Gästefans gibt es einen extra Zug. Vor und nach dem Spiel gibt es einen kostenlosen Bustransfer zwischen Hauptbahnhof Karlsruhe und Stadion.

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Rebekka Plies
SWR-Reporterin Rebekka Plies

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