Lieferschwierigkeiten treffen Kliniken

Wegen Iran-Krieg: Bei Medikamenten und Medizinprodukten drohen Engpässe

Unter anderem in Pforzheim und Calw melden Kliniken wegen des Iran-Kriegs Lieferschwierigkeiten bei Medizinprodukten und Medikamenten. Eine akute Notlage bestehe jedoch nicht.

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Von Autor/in Felix Zink

Mehrere Kliniken in Baden-Württemberg berichten auf SWR-Anfrage von erschwerten Bedingungen bei der Bestellung von Medizinprodukten und Medikamenten. Besonders betroffen sind Einmalhandschuhe, für deren Produktion oft ölbasierte Rohstoffe notwendig sind. Der Klinikverbund 'Ortenau Klinikum' spricht von gestiegenen Kosten und eingeschränkter Verfügbarkeit der Handschuhe bei Händlern.

Begründet würde dies mit gestiegenen Beschaffungskosten. Einen akuten Engpass bei Medizinprodukten habe man aber noch nicht. Es gebe auch keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Klinikalltag. Verfügbare Handschuhe würden derzeit aber nur begrenzt zugeteilt.

Medikamente: Engpässe bei der Beschaffung

Auch der Klinikverbund Südwest berichtet auf Anfrage von Lieferschwierigkeiten bei Einmalhandschuhen. Lieferengpässe sehe man außerdem bei weiteren Verbrauchsmaterialien, wie Kathetern und Schläuchen. Insbesondere bemerke man, dass Medikamente zur Behandlung schwerer Verletzungen und Blutungen schwieriger zu beschaffen seien. Teilweise gebe es keine verlässlichen Auftragsbestätigungen oder Liefertermine. Lieferanten verwiesen dabei etwa auf gestiegene Rohstoffpreise sowie Unsicherheiten in den Lieferketten rund um die Straße von Hormuz.

Die bereits angespannte Liefersituation hat sich zuletzt weiter zugespitzt.

Für den Klinikverbund erhöhten die Lieferschwierigkeiten den Aufwand in der Beschaffung, außerdem gebe es in einzelnen Bereichen Preissteigerungen. Die Lagerbestände seien derzeit aber ausreichend. Man beobachte die Situation weiterhin kritisch. Der Verbund betont, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiterhin vollumfänglich gesichert sei.

Symbolbild Medikamente
Neben Medizinprodukten wie Einmalhandschuhen, Kathetern und Schläuchen, bemerkt der Klinikverbund Südwest auch Lieferschwierigkeiten bei mehreren Medikamenten. (Symbolbild) Carsten Koall

Engpässe nicht nur wegen Iran-Krieg

In der Siloah St. Trudpert Klinik in Pforzheim komme man derzeit schwer an Antibiotika, Schmerzmittel, Kochsalzlösungen und Infusionsprodukte. Der Grund dafür sei aber nicht allein auf den Konflikt im Iran zurückzuführen. Laut Klinik liegen die Engpässe auch an einer derzeit erhöhten Nachfrage nach den betroffenen Produkten sowie an der Abhängigkeit von wenigen Herstellern.

Um den Engpässen entgegenzuwirken hat die Pforzheimer Klinik ihre Lagerkapazitäten erhöht. Auch hier sei der Aufwand für die Bestellungen gestiegen. Patienten würden davon aber nichts mitbekommen. Es gebe keinerlei Auswirkungen auf die Versorgung.

Die Vidia Kliniken Karlsruhe spüren bislang keine Engpässe, beobachten aber viele Preisanstiege wegen steigender Transport-, Logistik- und Rohstoffkosten. Vorsorglich hat man aber auch hier die Lagerbestände für persönliche Schutzausrüstungen erhöht.

Krankenhausgesellschaft warnte vor Engpässen

Bereits Anfang April hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft vor Engpässen gewarnt. Die Warnung umfasst unter anderem Einmalhandschuhe, Schutzausrüstung und andere für den Betrieb der Krankenhäuser notwendige Waren. Demnach könnte auch Helium knapp werden, das zur Kühlung medizinischer Geräte, wie zum Beispiel MRT-Scannern verwendet wird. Sollte sich die politische Lage nicht entspannen, würden Kliniken mit starken Preissprüngen oder leeren Lagern konfrontiert werden.

Lieferengpässe bei Medikamenten dokumentiert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in seiner Datenbank.

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