Wegen mehrerer schwerer Unfälle auf der Schwarzwaldhochstraße haben Polizei und Vertreter mehrerer Städte und Gemeinden aus der Region in Baden-Baden am Dienstagabend künftige Verhinderungsmaßnahmen besprochen. Die vielleicht konkreteste Forderung aller Beteiligten ist die Einführung der sogenannten Halterhaftung. Motorradraser können derzeit - weil sie auf Fotos meist nicht erkennbar sind - oft nicht belangt werden. Auch der Halter des Fahrzeugs muss sich bisher meist nicht verantworten. Dies gesetzlich zu ändern, wäre ein wichtiger Schritt, so Baden-Badens Oberbürgermeister Thomas Jung (parteilos). Dies allerdings kann natürlich nicht auf kommunaler Ebene entschieden werden.
Rüttelstreifen gegen zu schnelles Fahren?
Am Runden Tisch in Baden-Baden wurde auch über bauliche Veränderungen wie sogenannte Rüttelstreifen diskutiert. Die könnten auf besonders gefährlichen Fahrbahnabschnitten aufgebracht werden, um Motorradfahrer zu zwingen, langsamer zu fahren. Heiko Baumgärtner von Verkehrspolizeiinspektion Baden-Baden regte an, sich mit der Idee zu beschäftigen, ob man unter gewissen Umständen auch den Fahrern Maschinen wegnehmen kann.
Wir müssen auch darüber nachdenken, wie man im Extremfall Motorräder beschlagnahmen kann.
Auch der Einsatz von Drohnen und neuartigen Radargeräten wurde in Baden-Baden besprochen. Bis September hat es in diesem Jahr bereits 23 Motorradunfälle auf der B500 gegeben - vier von ihnen endeten tödlich.
Konkrete Maßnahmen sollen Im November beschlossen werden
Der Runde Tisch in Baden-Baden war eine Auftaktveranstaltung. Mehrere dieser Art sollen noch folgen. Konkrete Maßnahmen sollen bereits Mitte November beim nächsten Runden Tisch beschlossen werden, so Baden-Badens Oberbürgermeister Jung. Im kommenden März sollen sie zu Beginn der Motorradsaison umgesetzt sein.
In Stuttgart sei das Thema auch auf der Tagesordnung beim Verkehrsministerium und dem Innenministerium, so OB Jung weiter.
B500 soll Modellcharakter für die Region haben
OB Jung wies darauf hin, dass die Überlegungen auch andere Strecken im Schwarzwald beträfen, wie beispielsweise an der Roten Lache oder in Loffenau. Die B500 solle dann eine Art Teststrecke für derartige Sicherheitsmaßnahmen werden.