Die Standortsuche ist beendet: Der Kreistag des Landkreises Karlsruhe hat beschlossen, dass die alte Hausmülldeponie in Bruchsal künftig für belasteten Bauschutt und mineralische Abfälle genutzt werden soll. Das wurde am Donnerstag einstimmig im Kreistag entschieden.
Bruchsal wird neuer Standort für belasteten Bauschutt
Bereits seit 2005 hat der Kreis Karlsruhe keine Kapazitäten mehr, belasteten Bauschutt zu entsorgen. Dabei handelt es sich um Abfälle, die nicht recycelt werden können. Seit Jahren werden sie auf anderen Deponien entsorgt - unter anderem in Maulbronn im Enzkreis. Doch dort sind die Kapazitäten in absehbarer Zeit erschöpft.
Das Gelände in Bruchsal hält der Kreistag am geeignetsten. Die benötigten Flächen seien bereits verfügbar und die Infrastruktur sei vorhanden, so die Begründung. Nun starte die Verwaltung mit einem Planungsverfahren, dem sich ein Genehmigungsverfahren anschließe. Beides könne mehrere Jahre dauern.
Bei den Abfällen könne es sich beispielsweise um mit Asbest belasteten Bauschutt, belasteter Boden oder bitumen- oder teerhaltige Abfälle handeln. Dazu zählt auch Abrissmaterial aus Atomanlagen, sogenannter freigemessener Schutt. Das Material darf einen bestimmten, sehr niedrigen Strahlenwert nicht überschreiten.
Bruchsal hat mehr Vorteile als alle anderen Standorte.
Auch Privatpersonen können Bauschutt anliefern
Der Kreis Karlsruhe geht davon aus, dass auf die neue Deponie jährlich 37.000 Tonnen mineralische Abfälle angeliefert werden. Die Deponie soll 60 Jahre in Betrieb sein.
Nicht nur Firmen sollen auf der neuen Deponie anliefern können - auch Privatpersonen. Denn auch bei privaten Bauprojekten fällt Bauschutt an, der entsorgt werden muss. Wie zum Beispiel bei Abriss oder Renovierungsarbeiten.
Neue Deponie für Bauschutt: Weitere Informationen im Mai
Auf dem Weg dahin soll auch die Bevölkerung informiert werden. Es wurde bereits eine Internetseite mit Informationen eingerichtet. Zudem soll es am 20. Mai eine Infoveranstaltung in Bruchsal geben, bei der es Raum für Diskussionen und Gespräche geben soll.
In der Vergangenheit Streit um Bauschutt aus Kernkraftwerk Philippsburg
In den vergangenen Jahren gab es unter anderem Streit um die Entsorgung von Bauschutt aus dem ehemaligen Kernkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe). Es ging um nicht-strahlendes Abrissmaterial. Der Enzkreis hatte sich dagegen gewehrt, das Material aufzunehmen. Mittlerweile gibt es eine Einigung. Ein Teil des Schutts wurde schon auf der Deponie Hamberg bei Maulbronn aufgenommen. Auch bei Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) wird Bauschutt aus Philippsburg entsorgt.