Liebe auf den ersten Blick?

Im Naturkundemuseum Karlsruhe bekommt Hai Karla ihren Amadeus

Das Aquarium im Naturkundemuseum Karlsruhe hat einen neuen Bewohner: Hai-Männchen Amadeus wurde aus Salzburg zu Hai-Dame Karla geliefert. Eine ganz besondere "Hai"rat.

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Von Autor/in Felix Wnuck

Amadeus aus Salzburg (22 Jahre alt) und Karla aus Karlsruhe (14 Jahre alt) schwimmen ab dieser Woche gemeinsam durch dick und dünn. Das Hai-Männchen hatte am Mittwoch sein neues Heim in Karlsruhe bezogen und leistet nun der Hai-Witwe Karla Gesellschaft. Bei den beiden Haien handelt es sich um Schwarzspitzen-Riffhaie: um die 1,6 bis 2 m lang und mit schwarzen Spitzen an den Flossen  – daher der Name.

Zwei einsame Haie – ein Aquarium

Obwohl Amadeus kein Riese ist, brauchte es einen großen LKW, um ihn samt Pool von Salzburg nach Karlsruhe zu bringen. Dort war sein Aquarium einfach viel zu klein für ihn, außerdem war er alleine. Genauso wie Karla, deren Partner Karl durch einen Unfall vor knapp drei Jahren gestorben war. Schwarzspitzen-Riffhaie sind aber nicht gerne alleine. Somit kam die Idee auf, die beiden zusammenzubringen.

Das Aquarium im Karlsruher Naturkundemuseum hat einen neuen Bewohner. Das Hai-Männchen Amadeus wurde mit einem Spezial-LKW aus einem Museum in Salzburg geliefert.
In diesem Spezial-LKW aus den Niederlanden wurde Amadeus aus Salzburg nach Karlsruhe gebracht. Heiner Kunold, Felix Wnuck

Hai übernachtet auf Parkplatz vor Aquarium

Schon in der Nacht zuvor war Hai-Männchen Amadeus in Karlsruhe angekommen. Die Nacht verbrachte er aber noch in seinem Umzugs-LKW. Am nächsten Morgen dann die große Aufregung: Beobachtet von vielen Kameralinsen wurde Amadeus erst gefangen, dann in einen kleinen schwarzen Bottich auf Rollen eingesetzt. Von dort ging es schnell zum Aquarium.

Das Aquarium im Karlsruher Naturkundemuseum hat einen neuen Bewohner. Das Hai-Männchen Amadeus wurde mit einem Spezial-LKW aus einem Museum in Salzburg geliefert.
Großer Fisch im kleinen Teich: Amadeus war der Bottich, in dem er vom LKW zum Aquarium gebracht wurde, zu klein. Heiner Kunold, Felix Wnuck

240.000 Liter fasst das sog. "Vivarium" im Karlsruher Naturkundemuseum - etwa 1.500 Badewannen: ein richtiges Korallenriff, mit vielen verschiedenen Fischen und einer einsamen Hai-Dame Karla – bis jetzt.

Umzug ins Naturkundemuseum macht Probleme

In Salzburg hatte man Sorge, ob so eine Reise dem 22-jährigen Amadeus zuzutrauen oder ob er zu alt sei. Bis dahin lief aber alles gut. Doch dann kippt die Stimmung bei Johann Kirchhauser, Leiter des Vivariums im Naturkundemuseum und Organisator des Hai-Umzugs. Amadeus verhielt sich komisch.

Der Hai schwamm nicht weiter, lag bissel auf der Seite, und das ist alles kein gutes Zeichen gewesen.

Das Aquarium im Karlsruher Naturkundemuseum hat einen neuen Bewohner. Das Hai-Männchen Amadeus wurde mit einem Spezial-LKW aus einem Museum in Salzburg geliefert.
Haie, Korallen, Meer: All das ist das Spezialgebiet von Johann Kirchhauser. Heiner Kunold, Felix Wnuck

Offenbar war dem Hai der Bottich, der ihn vom LKW zum Aquarium bringen sollte, zu klein. Deswegen Planänderung: Amadeus wurde sofort ins große Becken umgesetzt. Die richtige Entscheidung.

Er schwimmt jetzt schon einträchtig mit unserer Karla. Damit habe ich gar nicht gerechnet. [...] Es sieht momentan nach allem aus, nur nicht nach einem Problem. Gott sei Dank!

Happy Haie: "Hai"rat im Naturkundemuseum Karlsruhe geglückt

Kein Fremdeln, keine Aufregung: Vielleicht sogar Liebe auf den ersten Blick? Sofort schwammen Hai-Dame Karla und Hai-Männchen Amadeus nebeneinander im Aquarium. Johann Kirchhauser war die Freude darüber anzusehen – der Umzug ist fast perfekt gelaufen.

Das Aquarium im Naturkundemuseum Karlsruhe hat einen neuen Bewohner. Das Hai-Männchen Amadeus wurde mit einem Spezial-LKW aus einem Museum in Salzburg geliefert.
Zwar können die Haie beißen, aber wirklich gefährlich sind sie offenbar für Johann Kirchhauser nicht. Heiner Kunold, Felix Wnuck

So wird es wahrscheinlich noch lange weitergehen, denn diese Riffhaie können bis zu 40 Jahre alt werden. Vielleicht gebe es sogar Nachwuchs, aber das werde die Zukunft zeigen. Am Ende wirkten alle sehr glücklich: die Haie und Johann Kirchhauser.

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