Am Donnerstag startet der diesjährige Pfennigbasar in Karlsruhe. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt: In der Schwarzwaldhalle reihen sich Spätzlepressen neben Gemälden und Kaffeemühlen neben Spielen - und auch ein altes Brautkleid wartet in einer Ecke darauf, eine neue Besitzerin zu finden.
Pfennigbasar: Großes für den kleinen Preis
Schon am ersten Sammeltag füllte sich die Halle mit den unterschiedlichsten Gegenständen. Dazu hing ein spezieller Geruch in der Luft - eine Mischung von Antiquitäten und Schnäppchenjagd. Hier lässt sich Großes und Besonderes für das kleine Geld schießen, ist sich Sabine Hendricks sicher. Sie ist seit fast 20 Jahren Teil des Basar-Teams - zuerst als Sortiererin und Verkäuferin, heute als Mitorganisatorin und Pressesprecherin.
Beim Pfennigbasar wolle man sich nicht mit hohen Preisen bereichern, erklärt Hendricks. Mit den bewusst niedrigen Preisen wolle man besonders jüngere und ältere Menschen ansprechen, die nicht so viel Geld haben.
Ehrenamtliche Helfer in Karlsruhe seit Jahren dabei
Zwischen 500 und 600 Helferinnen und Helfer sind beim Pfennigbasar in Karlsruhe dabei - und bekommen "nicht auch nur einen Cent". Viele von ihnen sind laut Hendricks schon jahrelang dabei und nehmen sich teils mehrere Tage Urlaub für den Pfennigbasar. So auch Hendricks selbst. Der Pfennigbasar sei für sie wie eine Art "Hirn-Reset", erklärt sie. Das entspanne ihren Kopf: "Jeder weiß, was er zu tun hat und wir funktionieren wie so ein kleines Uhrwerk."
Das Hirn wird so frei, ich muss nichts mehr denken großartig, ich mache einfach nur, das tut ganz gut.
Der besondere Reiz am Pfennigbasar? Für Hendricks ganz klar: "Dass man dem Leben auch was zurückgeben kann". Denn der Erlös geht an karitative Einrichtungen. Diese können sich beim Internationalen Frauenclub Karlsruhe, der den Pfennigbasar organisiert, bewerben - mit einem Spendenantrag. Laut Hendricks nach dem Motto: von Karlsruhe für Karlsruhe. Gerade in Zeiten klammer Kommunen und Haushaltskürzungen in Karlsruhe bekomme das einen "ganz anderen Stellenwert".
Viertägige Debatte beendet Gemeinderat Karlsruhe beschließt Doppelhaushalt - Genehmigung fraglich
Der Karlsruher Gemeinderat hat am Montag den Doppelhaushalt 2026/27 beschlossen. In viertägiger Debatte war zuvor ein Teil geplanter Sparmaßnahmen zurückgenommen worden.
Pfennigbasar: Von der Lampe bis zur Untertasse
Damit das alles funktioniert, braucht es die Helferinnen und Helfer aber auch: Ihre vielen Hände sorgen dafür, dass die Massen an unterschiedlichsten Dingen, die gespendet werden, sortiert und an entsprechenden Ständen zum Verkauf angeboten werden können. So gibt es etwa Stände für Bilder, für Spiele, für Kleidung, für Lampen und für Geschirr.
Eine der Helfenden ist Petra Aniol-Hetzel. Sie packt seit zwölf Jahren in der sogenannten "Vorhölle" mit an. Das ist der Sammelplatz, an dem Spenderinnen und Spender Kisten voller Gegenstände abgeben. Und die sind oft sehr bunt gemischt, erzählt sie - und holt einen pinken Eierbecher mit Armen und Beinen aus einer Kiste und hält ihn hoch.
Kurioses - aber auch immer mehr Plastik
In den Kisten seien neben dem absoluten Haushalts-Topschlager Spätzlepresse auch immer wieder kuriose Dinge versteckt - zuletzt ein Plastik-Skelett. Bei manchen Gegenständen, die sie nicht sofort einordnen könne, holt sich die Seniorin auch digitale Hilfe: Die Bilderkennung oder Künstlicher Intelligenz könnten da praktisch sein.
Was ihr besonders auffällt: Über die Jahre habe sie immer mehr Plastik in den Händen gehalten. Das erklärt sich die Sortiererin so: "Hier werden viele Brotdosen aus Plastik abgegeben. Gerade weil viele auf Holz- oder Glasvorratsdosen umstellen. Die Menschen haben mittlerweile ein anderes Bewusstsein." Und überhaupt sei der Pfennigbasar nicht nur eine gute Sache, sondern auch noch nachhaltig.