Viertägige Debatte beendet

Gemeinderat Karlsruhe beschließt Doppelhaushalt - Genehmigung fraglich

Der Karlsruher Gemeinderat hat am Montag den Doppelhaushalt 2026/27 beschlossen. In viertägiger Debatte war zuvor ein Teil geplanter Sparmaßnahmen zurückgenommen worden.

Teilen

Stand

Kurz vor Weihnachten hat der Karlsruher Gemeinderat den Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre verabschiedet. 400 Maßnahmen auf einer Streichliste wurden diskutiert. Ein Teil der geplanten Einsparungen wurde abgemildert oder ganz zurückgenommen. Ob der Haushalt genehmigt werden kann, ist fraglich. Das Regierungspräsidium Karlsruhe entscheidet Anfang des Jahres.

Nach viertägiger Debatte ist die Genehmigungsfähigkeit des Karlsruher Doppelhaushalts wacklig:

Tacho mit verschiedenen Farben
Ob das Regierungspräsidium Karlsruhe den Doppelhaushalt genehmigt, ist fraglich.

Laute Proteste im Bürgersaal - Mehrheit stimmt für Doppelhaushalt

Der Karlsruher Gemeinderat hat dem Doppelhaushalt 2026/27 mit großer Mehrheit verabschiedet. Die Abstimmung wurde von lautstarken Protesten im Bürgersaal begleitet. Auf Bannern und mit Gesängen wurden die beschlossenen Sparmaßnahmen in der Kultur, im Personalbereich oder im Sozialen kritisiert.

Demonstration am Rande der Gemeinderatssitzung in Karlsruhe
Während der Gemeinderatssitzung protestierten Zuschauer lautstark gegen die Kürzungen beispielsweise im Kulturbereich.

Entscheidend für das Zustandekommen des Haushalts war die Zustimmung des Rates zu einem Kompromiss bei den Parkgebühren. Die ursprünglich vorgeschlagene Verdopplung wurde abgelehnt. Man einigte sich auf eine Erhöhung um 50 Prozent mit Erweiterung der gebührenpflichtigen Flächen. Dadurch fließen dringend benötigte Millionen in die Stadtkasse.

Sparmaßnahmen abgemildert oder gestrichen - Haushalt auf Messers Schneide

Der Karlsruher Gemeinderat hatte zuvor etliche Sparmaßnahmen gestrichen oder abgemildert. Am Ende stand ein Fehlbetrag von über zehn Millionen Euro. Unter anderem haben die Räte vorgeschlagene Kürzungen im Kulturbereich halbiert. Manche Einrichtungen bekommen sogar mehr statt weniger Geld. Das traditionsreiche Rheinstrandbad bleibt trotz Millionendefizit geöffnet.

Karlsruhe

Doppelhaushalt verabschiedet Meinung: Wünsche werden wahr - Sparhaushalt Karlsruhe wird Geschenk an die Wähler

Vier Tage lang wurde diskutiert über 400 Sparmaßnahmen und Anträge. Am Ende bleibt ein schön gerechneter Haushalt und viele Aufgaben für die kommende Generation.

Laut Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) soll der enorme Fehlbetrag unter anderem durch eine angepasste Berechnung ausgeglichen werden. Die Rechnung der Verwaltung basiert demnach auf höheren Einnahmen in diesem Jahr. Dadurch fällt die wirtschaftliche Prognose für die kommenden beiden Jahre etwa bei der Gewerbe- oder der Grunderwerbssteuer besser aus. Die Verbesserung wurde mit entsprechenden Millionensummen in den Haushaltsentwurf eingearbeitet.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe muss den Doppelhaushalt nun genehmigen. Eine Entscheidung soll Anfang des kommenden Jahres fallen. Trotz der Sparbemühungen sei es gelungen, einen tragfähigen Haushalt zu verabschieden, so der Tenor im Gemeinderat. Einzelne Stadträte äußerten Zweifel an der Genehmigungsfähigkeit.

Karlsruhe

Doppelhaushalt 2026/27 Keine Einigung im Millionenpoker - Haushalt in Karlsruhe hängt in der Luft

Die Haushaltsdebatte in Karlsruhe ist auf der Zielgeraden. Seit Dienstag wurden zahlreiche Sparmaßnahmen aufgeweicht. Die abschließenden Entscheidungen sind auf Montag vertagt.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Abgespeckte Pläne für ÖPNV-Kürzungen: Entscheidung vertagt

Neben dem Haushalt sollte es in der Gemeinderatssitzung um Einschnitte im Nahverkehr gehen. Diese Diskussion wurde auf Januar vertagt. Nach SWR-Informationen zeichnete sich keine Mehrheit für den vorliegenden Sparbeschluss ab.

Wie die Stadt selbst stecken auch die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) tief in den roten Zahlen. Für 2026 wird mit einem Defizit von 117 Millionen Euro gerechnet. Seit rund eineinhalb Jahren wird hinter verschlossenen Türen über Fahrplankürzungen und Linienstreichungen diskutiert. Ein dreistufiges Sparkonzept mit gravierenden Einschnitten in Fahrpläne und Linienführung fand sowohl in den Aufsichtsgremien als auch unter den Stadträten bislang keine Mehrheit.

Karlsruhe

Weniger Bahnen, längere Wartezeiten Ohne Alternative? Sparpaket für Nahverkehr in Karlsruhe soll kommen

Karlsruhe muss bei den Finanzen hart durchgreifen. Die Verkehrsbetriebe beraten am 23. Juli ein im vergangenen Jahr bekannt gewordenes Sparkonzept. Der Gemeinderat entscheidet im Herbst.

Fahrplan-Kürzungen: Das würden die Sparpläne für VBK-Kunden bedeuten

Am Montag wollten die Stadträte ursprünglich über eine abgespeckte Sparvariante entscheiden. Diese sieht bei den Tramlinien im Karlsruher Stadtgebiet einen 20- statt 10-Minuten-Takt am Wochenende und verlängerte Takte in den Randzeiten vor. Die Linie 3 und zahlreiche Buslinien sind von weiteren Einschränkungen betroffen. Rund 100 Vollzeitstellen bei den Verkehrsbetrieben sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen gestrichen werden.

Fünf Millionen Euro wollen Stadt und VBK durch die Fahrplaneinschnitte einsparen. Sollte der Gemeinderat zustimmen, könnten die Kürzungen zur Umstellung auf den Sommerfahrplan 2026 in Kraft treten. 

Die Entscheidung über die Kürzungen im ÖPNV soll nun am 27. Januar im Gemeinderat fallen.

Karlsruhe

Sparliste für Doppelhaushalt 2026/27 Karlsruhe: Kita, Bäder, Personal - Fast 400 Sparmaßnahmen und trotzdem reicht's nicht

Karlsruhe muss in den nächsten zwei Jahren jeweils 80 Millionen Euro sparen. Die vorläufige Sparliste für den Doppelhaushalt 2026/27 erreicht das Sparziel von 160 Millionen nicht.

Karlsruhe

Minus im Haushalt 2025 verdoppelt Immer tiefer in die Krise: Stadt Karlsruhe erlässt Haushaltssperre

Die Stadt Karlsruhe verhängt angesichts ihrer schweren Finanzkrise eine Haushaltssperre. Das Minus im Haushalt für 2025 hat sich auf 95 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Karlsruhe

15-Millionen-Streichliste im Gemeinderat Sparen ohne Plan? - Wie Karlsruhe durch die Finanzkrise stolpert

Karlsruhe steckt in einer tiefen Finanzkrise. Seit Februar gilt eine Haushaltssperre. Am 24. Juni soll der Gemeinderat einem 15-Millionen-Euro-Sparpaket zustimmen, um die Sperre aufzuheben.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Karlsruhe

Fahrplankürzung und Stellenabbau Sparpläne der Verkehrsbetriebe Karlsruhe: Harte Maßnahmen ohne Wirkung?

Den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) laufen die Kosten davon. Hinter den Kulissen werden Sparmaßnahmen diskutiert. Doch ob diese den erwünschten Effekt bringen, bleibt fraglich.

Karlsruhe

Längere Takte, umstrukturierte Linien Verkehrsbetriebe Karlsruhe müssen sparen: Wird der Fahrplan ausgedünnt?

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe planen angesichts hoher Verluste Einsparungen in Millionenhöhe. Nach SWR-Informationen könnte das Fahrplanangebot bei Tram und Bus ausgedünnt werden.

SWR4 am Abend SWR4

Karlsruhe

Millionen-Defizit belastet Stadtkasse Finanzielle Krise in Karlsruhe: Sparkurs im ÖPNV trotz Verkehrswende

Weniger Autos, mehr Fahrgäste in den Bahnen. Das ist das Ziel der Landesregierung und der Stadt Karlsruhe. Die bekannt gewordenen Sparpläne für den ÖPNV passen da nicht ins Bild.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Rebekka Plies
SWR-Reporterin Rebekka Plies
Mathias Zurawski
Mathias Zurawski

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!