Immer wieder erschüttern Detonationen den massiven Felsen in Forbach. Mit gezielten Sprengungen arbeiten sich die Männer seit Baubeginn im Herbst 2023 Meter um Meter voran. Am Ende sollen dann unterirdische Stollen mit einer Gesamtlänge von knapp sechs Kilometern entstehen. Die Kapazitäten des rund 100 Jahre alten Kraftwerks genügen den heutigen Ansprüchen an Energiegewinnung nicht mehr.
Herzstück der Anlage ist eine riesige Kammer im Berg
Herzstück der Bauarbeiten ist die künftige Kraftwerkskaverne. Es handelt sich dabei um eine unterirdische Halle mit den Ausmaßen einer Kathedrale. 125 Meter lang wird diese Kaverne sein. An der höchsten Stelle erreicht sie rund 40 Meter. Dort sollen später die Turbinen untergebracht werden. Bisher wurden rund eine Million Tonnen Gestein aus dem Fels gebracht.
Pumpspeicherkraftwerk in Forbach soll ein riesiger Strom-Puffer werden
Sinn und Zweck der Baustelle ist, einen Stromspeicher mit riesigen Kapazitäten für die Energiewende zu errichten. Stromüberkapazitäten aus Wind- und Sonnenenergie können künftig noch effektiver genutzt werden. Mit Strom, der zu bestimmten Tageszeiten nicht benötigt wird, wird das Wasser hinauf in die Sammelbecken des Kraftwerks in Forbach gepumpt. Braucht man den Strom, schießt das Wasser in die Tiefe und erzeugt mithilfe von Turbinen erneut Strom.
Was wird alles zum Vorschein kommen? Stausee der Schwarzenbachtalsperre Forbach wird leergefischt und abgelassen
Die EnBW baut in Forbach das Pumpspeicherkraftwerk aus. In diesem Zusammenhang muss auch die Mauer der Schwarzenbachtalsperre saniert werden. Dazu muss aber der See leer sein.
Ein Pumpspeicherkraftwerk besteht aus zwei Wasserspeichern, einem Ober- und einem Unterbecken. Zwischen diesen besteht ein Höhenunterschied von mehreren einhundert Metern. Sie sind durch eine Rohrleitung verbunden und verfügen über eine Kraftwerksanlage, die das Wasser nach oben pumpt. Von dort kann es dann jederzeit zur Stromerzeugung abgerufen werden.
Ende dieses Jahres werden die kilometerlangen Stollen fertiggestellt sein. Danach folgt der technische Ausbau der Anlage.
Baustelle kann am Wochenende besichtigt werden
Am 11. Oktober ist ein Tag der offenen Baustelle geplant. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben dann die Gelegenheit, sich einen persönlichen Eindruck von der gigantischen Baustelle und dem Projekt zu verschaffen. Die Inbetriebnahme des neuen Pumpspeicherkraftwerks in Forbach ist für Herbst 2027 vorgesehen.