Majestätisch ragt die rund 100 Jahre alte Staumauer der Schwarzenbachtalsperre bei Forbach in die Höhe. Gerade jetzt, wo die Wasserhöhe bei nur noch etwa sechs Metern steht, sieht das Bauwerk besonders imposant aus. Seit dem Winter wird das Wasser sukzessive abgelassen. Der ganze Vorgang zieht sich über Monate hin. Pro Woche kann der Pegel etwa um einen Meter abgesenkt werden. Zuletzt war dies vor etwa 30 Jahren der Fall.
Staumauer der Schwarzenbachtalsperre wird saniert
Rund 280 Millionen investiert die EnBW nach eigenen Angaben in die Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks in Forbach. Bei dieser Gelegenheit müssen natürlich auch die Staumauer und vor allem der Ablauf der Schwarzenbachtalsperre inspiziert werden. Eine Herkulesaufgabe: Die Mauer aus dem Jahr 1926 ist 400 Meter lang und 65 Meter hoch.
Die Arbeiten sind dringend notwendig, damit das neue Pumpspeicherkraftwerk sicher in Betrieb gehen kann.
Leichenfund im Stausee sorgte für Schlagzeilen
Wenn ein solcher Stausee nur alle paar Jahrzehnte abgelassen wird, muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Am vergangenen Wochenende fanden Spaziergänger eine im Wasser treibende Leiche. Was sonst noch aus den Wassermassen geborgen werden wird, ist noch nicht absehbar. Das weiß man erst, wenn der See komplett leer sein wird.
Die Fische werden mit Netzen gefangen und dann in andere Gewässer umgesiedelt.
Zur Zeit ist die wichtigste Aufgabe die Bergung der Fische, die sich im Stausee befinden. Darunter finden sich Welse, Hechte, Karpfen, Forellen und andere Fischarten. Anglervereine aus dem näheren Umfeld sind mit Netzen im Einsatz und versuchen, den See komplett leer zu fischen.
Die Fische werden dann mithilfe spezieller Lastwagen in andere Gewässer verbracht. Eine Rückführung der Fische in den Stausee ist nicht geplant. Die Population wird sich von selbst nach und nach wieder aufbauen.
Fisch-Wiederansiedlungsprojekte gibt es unter anderem in der Murg - zum Beispiel des Lachses. Im Stausee der Schwarzenbachtalsperre wird auch Wasser aus dem Fluss gepumpt:
Die Murg in Rastatt: "Umweltschutz hört nicht an der Wasseroberfläche auf"
Arbeiten in Forbach gehen bis Herbst
Sind die Fische geborgen, kann die Staustufe vollständig leerlaufen. Die Sanierungsarbeiten an der Mauer sollen bis Oktober gehen. Das erweiterte Pumpspeicherkraftwerk soll Ende 2027 in Betrieb gehen. Bis dahin muss natürlich auch die Staumauer saniert sein.
Für die Menschen aus der Region sind die Arbeiten an der Staustufe ein echtes Spektakel. Das rund 100 Jahre alte Bauwerk wird so selten abgelassen, sodass man wahrscheinlich nur ein- bis zweimal im Leben die Gelegenheit hat, die Schwarzenbachtalsperre so zu erleben. Vereinzelt wird es nach Angaben der EnBW in den kommenden Wochen zu Sperrungen von Uferwegen kommen.