Von Hütte zu Hütte wandern - die Möglichkeit gibt's am letzten Wochenende im Oktober im Nordschwarzwald. Dann haben nämlich sechs Naturfreundehäuser vier Tage lang geöffnet. Dort kann man dann essen, trinken und übernachten. Organisiert wird das Ganze von den Naturfreunden aus Rastatt, Michelbach und Karlsruhe. Schon am Donnerstag haben viele Wandergruppen die Möglichkeit der offenen Hütten genutzt.
Hüttentour im Schwarzwald bei durchwachsenem Wetter im Herbst
Das kühle Getränk zum Sonnenuntergang haben sie sich verdient: Die Wandergruppe ist heute rund 500 Höhenmeter gelaufen. "Gefühlt waren es 5.000", sagt Gruppenmitglied Hubert Braun und lacht. Der Aufstieg aus Bühlertal im Kreis Rastatt auf die Badener Höhe war Teil der ersten Etappe ihrer Hüttentour und ziemlich anstrengend. Auch das Herbstwetter hat ihnen den Aufstieg erschwert.
Es war nicht nur anstrengend, es war auch richtig nass.
Badener Hütte: Hüttenwirt lebt abgeschieden im Schwarzwald
In der Hütte der Naturfreunde auf der Badener Höhe können sie erstmal zur Ruhe kommen und etwas essen, bevor sie die Zimmer beziehen. Heute gibt's Linsen mit Spätzle. Die Hütte ist die einzige der Hüttentour, die auch außerhalb des Wochenendes bewirtet wird. Pro Person muss man mit Verpflegung mit 30 bis 40 Euro pro Nacht rechnen. Hüttenwirt Vladimir Funk betreibt die Hütte nicht nur, sondern er wohnt mit seiner Frau auch hier, um den Gästen den besten Service rund um die Uhr zu bieten.
Einsam fühlt er sich im Schwarzwald trotzdem nicht. Es kämen viele unterschiedliche Gäste vorbei. Und es sei auch schön, wenn man mal alleine ist. "Langweilig wird uns nicht", sagt er und erzählt von den Heizkörpern, die er im Winter ab und zu reparieren muss.
Man hat keine Nachbarn in der Nähe, der nächste ist fast zwei Kilometer weiter weg.
Geselligkeit im Naturfreundehaus auf der Hüttentour im Schwarzwald
Im Gastraum ist die Stimmung der Gruppe weiterhin gut. Die Gruppe unterhält sich, lacht gemeinsam und plant die nächsten Tage. Für Hubert Braun ist es das, was die Hüttentour ausmacht: Geselligkeit.
Man geht nicht heim und liegt ins Bett, sondern man sitzt gesellig zusammen auf der Hütt'. Dann am nächsten Morgen gemeinsam frühstücken und sich freuen auf die nächste Tour, auf die nächste Etappe.
Hüttentour im Schwarzwald: Einfaches Leben ohne Strom
Während es sich die Wandergruppe in der Badener Hütte gemütlich macht, kommen andere Gruppen gerade aus einer anderen Wanderhütte nicht weit entfernt an. Die Hütte Bonora ist nur an diesem Wochenende bewirtet. Außerhalb der Hüttentour kann man sie als Selbstversorger buchen. Hier gibt es für alle Wanderer heute Hirschgulasch.
Im Gastraum sitzen verschiedene Wanderer zusammen und tauschen Erfahrungen des Tages aus: "Wie viel seid ihr heut gelaufen?" "Ungefähr sieben Kilometer, aber 450 Höhenmeter". Die Strecke sind sie mit ihrer Tochter gelaufen, eine große Leistung, da sind sich alle einig. Währenddessen wird im Hintergrund gearbeitet.
Alexander Klein und Manfred Schick übernehmen die Bewirtung der ausgebuchten Hütte Bonora an diesem Wochenende. Sie kochen, richten die Mehrbettzimmer für neue Gäste und machen alles, was so anfällt. Eine Herausforderung haben die Wirte: Die Hütte hat keinen Strom.
Wir wollten schon immer mal Hüttenwirte sein, und jetzt hat sich das endlich mal ergeben, dass wir das hier für vier Tage machen dürfen.
Während des Abendessens besprechen alle die Etappen, die für den nächsten Tag geplant sind. Auch die Wandergruppe in der Badener Hütte diskutiert über den nächsten Tag: Dann wollen sie zur nächsten Hütte laufen. Die Strecke wird ungefähr 15 Kilometer lang sein, aber nicht so viele Höhenmeter haben, wie auf der ersten Etappe. Und das freut hier wirklich alle.