Der Verkehr rollt geräuschvoll vorbei. Jedem Fahrzeug folgt ein lauter "Rums". Ein bisschen vibriert die Rheinbrücke Maxau, vor allem bei vorbeizischenden Lkw. Wenn sich Walter Katzik durch den Innenteil eines Brückenpfeilers Zugang zu den Tragseilen verschafft, geschieht das unaufgeregt und geübt. Er ist Leiter des Referats Ingenieurbau am Regierungspräsidium Karlsruhe und hat sehr oft mit Brückenprüfungen zu tun.
Prüfung der Rheinbrücke schneller abgeschlossen als geplant
Nur eineinhalb Tage dauerte die Prüfung der Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth - deutlich kürzer als erwartet. Ihre Tragseile wurden routinemäßig geprüft. Die Brücke sei in einem guten Zustand, sagt er.
Auf einer Skala von eins bis vier hat die Brücke eine solide 2,2 bekommen.
Es gebe einige kleinere Mängel, wie einen Schaden am Geländer oder Schrauben, die fehlten oder Abplatzungen am Stahl, so Katzik. Diese werden notiert und sollen dann zeitnah behoben werden. Marode Brücken sind ein landesweites Problem und sollen nun einen großen Anteil des Sondervermögen des Bundes bekommen. Die Rheinbrücke Maxau gehört aber nicht zu den Sorgenkindern.
Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth wird aus nächster Nähe geprüft
Alle sechs Jahre gibt es eine solche Hauptprüfung an allen 1.400 Brücken, die in den Verantwortungsbereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe fallen. Hinzu kommen noch kleinere Prüfungen alle drei Jahre sowie regelmäßige Beobachtungen der Straßenmeisterei. Vor fünf Jahren wurde die Brücke in größerem Stil instand gesetzt.
Bei einer sogenannten "Großen Hauptprüfung" wie dieser muss "handnah" geprüft werden, also aus nächster Nähe. Die Ingenieure müssen nah an die Bauteile heran, um sie genau zu inspizieren und kleinste Schäden zu erkennen. Auch Lupen werden dazu genutzt. Um so nah wie möglich heranzukommen, kam eine Art Hebebühne mit Korb zum Einsatz, mit dem die Tragseile abgefahren werden konnten - bis an den höchsten Punkt in 40 Metern Höhe.
Die beiden Ingenieure von der Materialprüfanstalt der Universität Stuttgart und kennen laut Katzik die Rheinbrücke sehr gut. Ein Blick in die Zukunft wagt Walter Katzik auch:
Die Brücke hat sicherlich noch eine Lebensdauer von 50 und mehr Jahren vor sich.
Freie Fahrt auf der B10: Aufatmen für genervte Autofahrer
Ursprünglich sollte die Brückenprüfung bis Donnerstag gehen. Die Ingenieure sind aber früher fertig geworden. Die Wetterbedingungen waren optimal: kein Regen und nicht viel Wind. Dass nun schon fertig geprüft ist, dürfte auch die Autofahrer von der B10 freuen. Sie standen am Montag in langen Staus, weil durch die Arbeiten nur eine Spur frei war.