SWR-Sendung aus dem Unimog-Museum vor der Bundestagswahl

"Zur Sache" live aus Gaggenau: Wege aus der Automobilkrise

Wie bekommen wir die Wirtschaft wieder fit? Unter diesem Motto stand am Donnerstag die SWR-Sendung "Zur Sache" live aus dem Unimog-Museum Gaggenau.

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Stand

"Zur Sache Baden-Württemberg" kommt rund zwei Wochen vor der Bundestagswahl zu den Menschen in die Region. Mit dem Ziel, herauszufinden, wo den Bürgerinnen und Bürgern der Schuh drückt. Nicht zufällig war das Unimog-Museum in Gaggenau diesmal Schauplatz der Sendung am Donnerstagabend.

Auf dem Podium: SPD, AfD und Die Linke

Am ältesten Automobil-Produktionsstandort der Welt diskutierte Moderator Florian Weber mit Gästen und drei Bundestagskandidaten über die Frage, welche Folgen die Krise in der Automobilindustrie für Menschen und Betriebe in der Region Mittelbaden hat und wie sie bekämpft werden kann. Rund 60 Gäste aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, darunter auch eine Schulklasse vom Bühler Windeck-Gymnasium waren gekommen, um die Politiker mit ihren Fragen zu konfrontieren.

"Zur Sache"-Moderator Florian Weber
"Zur Sache"-Moderator Florian Weber

Auf dem Podium: Lukas Hornung (SPD), Bundestagskandidat für den Wahlkreis Rastatt/Baden-Baden, Jürgen Creutzmann (Die Linke), Bundestagskandidat für den Wahlkreis Karlsruhe-Land und Alexander Arpaschi (AfD), Bundestagskandidat für den Wahlkreis Rastatt/Baden-Baden.

Menschen sorgen sich um Arbeitsplätze in der Region

Die Fragen der Menschen betrafen vor allem die Zukunftssicherung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, den persönlichen Wohlstand und die Sicherheit von Arbeitsplätzen in der Region. Auch der anhaltende Fachkräftemangel und die Konkurrenz aus China, die die Produktionsstandorte in der heimischen Wirtschaft in Gefahr bringt, waren Themen in der Diskussion mit Studiogästen. Eine Schülerin wollte ganz konkret wissen, wie die Politik Arbeitsplätze für die junge Generation schaffen will.

Lukas Hornung, Bundestagskandidat der SPD aus dem Wahlkreis RastattBaden-Baden
Lukas Hornung, Bundestagskandidat der SPD aus dem Wahlkreis Rastatt/Baden-Baden

Lukas Hornung von der SPD machte sich für den Produktionsstandort Deutschland stark. Ohne Fachkräfte von außen sei eine starke Wirtschaft nicht zu haben, dies sei auch wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. An der E-Mobilität komme Deutschland nicht vorbei, so Hornung: "Wir bleiben beim Verbrenner-Aus. Die ganze Welt bewegt sich gerade hin zum Elektromotor. Wir müssen da hinterher kommen. Und wir sind auch dabei - hier in Rastatt wurde gerade ein Automobilwerk darauf umgerüstet."

Alexander Arpaschi, Bundestagskandidat der AfD aus dem Wahlkreis RastattBaden-Baden
Alexander Arpaschi, Bundestagskandidat der AfD aus dem Wahlkreis Rastatt/Baden-Baden

Disskusion über das Verbrenner-Aus

Dagegen hält Alexander Arpaschi von der AfD das Verbrenner-Aus für den falschen Weg. "Die Motoren werden jedes Jahr leistungsfähiger und verbrauchen weniger. Wir waren da auf einem guten Weg. Die Weiterentwicklung von sparsameren Motoren, die heute schon fünf Liter und weniger verbrauchen, sind der richtige Weg. Die Politik soll sich da raushalten, der Kunde soll selbst entscheiden, welches Auto er kaufen will."

Jürgen Creutzmann, Bundestagskandidat der Linken aus dem Wahlkreis Karlsruhe-Land
Jürgen Creutzmann, Bundestagskandidat der Linken aus dem Wahlkreis Karlsruhe-Land

Dem widersprach Jürgen Creutzmann von der Linken strikt. "Wir bleiben beim Verbrenner-Aus bis 2035. Die E-Mobilität wird ein wichtiger Baustein sein - aus Energieeffizienz-Gründen, aus klimatechnischen Gründen. Alles andere wäre ein Rückschritt."

Menschen im TV-Studio hatten viele Fragen an die Kandidaten

Die Sorgen der Studiogäste kreisten vor allem um Arbeitsplatzsicherheit, persönlichen Wohlstand und die starke Konkurrenz aus Fernost. Ein Bosch-Mitarbeiter schilderte, dass er früher immer froh und stolz gewesen sei, für einen starken Automobilzulieferer zu arbeiten. Doch jetzt mache er sich große Sorgen um seine persönliche Zukunft und frage sich, wie die Entwicklung der Wirtschaft weitergehe. Eine junge Frau wollte wissen, welche Konzepte die Parteienvertreter gegen den fortschreitenden Fachkräftemangel haben.

In der vergangenen Woche war die Sondersendung "Zur Sache" live in Bad Schussenried. Dort waren Vertreter der Grünen, der CDU und des BSW zu Gast. Die Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" aus dem Unimog-Museum in Gaggenau ist ab sofort in der ARD-Mediathek abrufbar.

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