Knapp drei Wochen nach der ersten Meldung eines Luchsbabys im Nordschwarzwald ist jetzt auch der zweite Luchsnachwuchs bestätigt. Eltern sind laut Forstlicher Forschungs- und Versuchsanstalt (FVA) ziemlich sicher die beiden vor zwei Jahren ausgewilderten Luchse Reinhold und Verena.
Genetische Haaranalysen bestätigen das Luchsbaby
Allerdings gibt es keine Bilder oder Sichtungen: Von dem Jungtier und der Mutter wurden aber in der Wurfhöhle zahlreiche Haare gefunden. Die Gen-Analyse beim Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik in Gelnhausen bestätigt mit großer Wahrscheinlichkeit den ausgewilderten Luchskuder Reinhold als Vater.
Eltern sind die Luchse Reinhold und Verena
Das bestätigt Vermutungen von Experten aus diesem Frühjahr. Ein Jäger hatte Fotofallenbilder geschossen, auf denen Reinhold und Verena gemeinsam zu sehen waren. Diese Bilder haben Seltenheitswert, weil Luchse üblicherweise nur während der Paarungszeit zusammen auftreten. Experten hatten also schon erwartet, dass es nach Luchsin Elisabeth noch einmal Nachwuchs geben könnte in diesem Jahr.
Für das Luchsprojekt des Landes, das in der Regie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg geführt wird, ist das der maximal mögliche Erfolg: zwei Weibchen waren in diesem Frühjahr im Nordschwarzwald unterwegs. Beide haben dieses Jahr Nachwuchs bekommen.
Dass wir nach zwei Jahrhunderten wieder Luchsnachwuchs im Schwarzwald verzeichnen können, [...] zeigt, dass wir im Projekt sehr gut vorankommen. Ich danke allen Beteiligten und gratuliere zu diesem Erfolg. Das ist gelebter Artenschutz.
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Noch eine Luchsauswilderung im Nordschwarzwald
Unterdessen berichtet das Landwirtschaftsministerium von einer weiteren Luchsauswilderung. Am vergangenen Dienstag wurde die Luchsin Luna im Schwarzwald frei gelassen. Sie stammt aus einem Zoo in der Slowakei und hatte die letzten Monate vor der Freilassung im Auswilderungsgehege des Karlsruher Zoos verbracht. Sie ist die dritte Luchsin, die nun im Nordschwarzwald lebt und kommt aus einem europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs.
Für die noch überschaubare Luchspopulation im Nordschwarzwald sei Luna auch genetisch wertvoll, betonen die Experten. Denn viele Tiere, die derzeit im Nordschwarzwald leben, stammen aus dem Schweizer Jura. Die genetische Diversität sei aber entscheidend für den langfristigen Erhalt und eine gesunde Population, so der Direktor der FVA in Freiburg, Ulrich Schraml.
Die neue Luchsin wird genau beobachtet
Für die Wildtierexperten der FVA ist nun entscheidend, wie sich Luna in den nächsten Tagen und Wochen einlebt und vor allem, ob es ihr gelingt, eigenständig Beute zu machen. Das sei ein Zeichen dafür, dass das Tier gut in der Wildbahn zurechtkommt. Mit etwas Glück werde sie sich in der nächsten Paarungszeit mit einem der im Nordschwarzwald sesshaften Männchen fortpflanzen.