BW investiert Millionen in Kinderschutz

Kinderschutz: Kretschmann fordert "harte Regulierung" sozialer Medien

Die BW-Landesregierung hat einen "Masterplan Kinderschutz" beschlossen und investiert Millionen. Der Plan umfasst 52 Maßnahmen - auch digitale Medien stehen im Fokus.

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Die baden-württembergische Landesregierung hat am Dienstag einen neuen "Masterplan Kinderschutz" beschlossen und die jährlichen Mittel dafür massiv aufgestockt. Statt 700.000 Euro fließen künftig rund fünf Millionen Euro pro Jahr in den Schutz von Kindern und Jugendlichen, teilte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) in Stuttgart mit.

Kretschmann macht soziale Medien für Probleme verantwortlich

52 verschiedene Maßnahmen sollen Kinder besser schützen. Einer von mehreren Schwerpunkten liegt dabei auf digitalen Medien. Unter anderem sollen E-Learning-Angebote für den Umgang mit Social Media geschaffen werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) forderte eine "harte Regulierung" von sozialen Netzwerken, etwa im Blick auf die Verbreitung von Fake News.

Er bedauerte, dass es noch keine europäische Plattform gebe, "die nach unseren Grundsätzen und Werten gestaltet ist". Viele aktuelle Probleme entstünden ausschließlich aufgrund der veränderten Art der Kommunikation.

Jeder Achte erlebt sexualisierte Gewalt in seiner Jugend

Neben den Maßnahmen zu digitalen Medien liegen Schwerpunkte bei der Aufklärung der Öffentlichkeit, der besseren Schulung von Fachkräften und der Entwicklung von Schutzkonzepten, etwa in Vereinen - so sollen Kindeswohlgefährdungen früher erkannt werden. Die Notwendigkeit des Handelns belegen aktuelle Zahlen.

Im Jahr 2023 leiteten die Behörden in Baden-Württemberg mehr als 20.000 Verfahren zur Prüfung einer Kindeswohlgefährdung ein. In rund 6.100 Fällen stellten sie eine akute oder latente Gefahr fest. Eine bundesweite Studie vom Juni 2025 zeigt zudem, dass rund jeder achte Erwachsene in seiner Jugend sexualisierte Gewalt erlebt hat.

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Mehr Kinderschutz-Projekte werden gefördert

Der nun beschlossenen Strategie ging eine sogenannte Anschubfinanzierung voraus. Mit einmalig 9,8 Millionen Euro förderte das Land zwischen 2023 und 2025 bereits 28 Projekte. So unterstützte der Kinderschutzbund Vereine und Verbände bei der Erstellung von 340 Schutzkonzepten. Auch die Arbeit der Childhood-Häuser in Heidelberg und der Ortenau, die sich um Opfer von Gewalt kümmern, wurde gefördert.

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SWR