Über der Hälfte der kleinen Unternehmen in Baden-Württemberg bereitet laut einer Umfrage die Inlandsnachfrage besonders Sorgen. Sie sind besonders auf die Nachfrage im Land angewiesen. Als andere Risiken werden die Energie- und Arbeitskosten sowie die Wirtschaftspolitik eingestuft.
Die Inlandsnachfrage sei am häufigsten als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Unternehmen genannt worden. Das geht aus einer Umfrage unter Einpersonen- und Kleinstunternehmen (EKU) hervor, wie der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) mitteilte. Mit 54 Prozent nannten es aber fünf Prozent weniger als im Vorjahr
Besonders auf heimisches Geschäft angewiesen
Wegen einer geringen Exportquote seien EKU besonders stark auf das heimische Geschäft angewiesen, hieß es laut Mitteilung. Ebenfalls große Risiken sahen die EKU bei den Energiekosten (47 Prozent), Arbeitskosten (44 Prozent) und der Wirtschaftspolitik (41 Prozent).
Zu den Einpersonen- und Kleinstunternehmen zählen Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten. In Baden-Württemberg machten sie 2019 rund die Hälfte aller Unternehmen aus. Kleinstunternehmen erwirtschafteten rund sieben Prozent der Umsätze aller Unternehmen in Baden-Württemberg. Rund elf Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Unternehmen arbeiteten bei EKU. Das ergibt der Mittelstandsbericht 2021 des Wirtschaftsministeriums.
Weniger Bürokratie für Kleinunternehmen in BW wichtig
Von der künftigen Bundesregierung erhoffen sich die EKU, dass diese wirtschaftspolitische Themen, vor allem den Abbau von Bürokratie, stärker in den Fokus rückt. "Gerade kleine Unternehmen leiden besonders unter den steigenden regulatorischen Anforderungen, da ihnen oft das Personal fehlt, um diese effizient zu bewältigen", sagte Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen, laut Mitteilung.