Nach mehreren Brandanschlägen in Leibertingen (Kreis Sigmaringen) hat das Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart die Ermittlungen übernommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge auf ein Fahrzeug, ein Wohnhaus und Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei einen extremistischen Hintergrund haben könnten. Verletzt wurde dabei niemand. Ein 22 Jahre alter Mann sitzt in U-Haft.
Leibertingen: Brandanschläge mit Molotowcocktails
Der Verdächtige soll laut Polizei in der Nacht zum 23. Oktober mit selbst gebauten Molotowcocktails zunächst ein Auto angezündet haben. Dann soll er durch einen gezielten Wurf auf ein Fenster versucht haben, ein Wohnhaus in Brand zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt schlief dort eine Familie.
Außerdem soll er in Tötungsabsicht einen Molotowcocktail in Richtung einer Streifenwagenbesatzung und eines Feuerwehrmannes geworfen haben. Außerdem soll der 22-Jährige Fahrzeuge beschädigt und auf ihnen Schriftzüge wie "FCK NZS" und "AFA 161 Area" angebracht haben, ebenso an einem Gebäude. "FCK NZS" steht für "Fuck Nazis" und ist eine gegen Rechtsextremismus gerichtete Parole, "AFA 161 Area" steht für die linksextreme Antifaschistische Aktion.
22-Jähriger Verdächtiger am Freitag festgenommen
Die Ermittler waren durch Hinweise auf die Spur des Mannes gekommen und durchsuchten seine Wohnung. Mehrere dort gefundene Gegenstände ließen vermuten, dass er an den Taten beteiligt war. Der Verdächtige wurde am Freitag beim Besuch einer Bekannten festgenommen. Ihm wird versuchter Mord und schwere Brandstiftung vorgeworfen. Angaben zu den Vorwürfen gegen ihn machte er zunächst nicht.
Verfassungsschutzbericht: Militanz bei linksextremistischer Gewalt nimmt zu
Laut Verfassungsschutzbericht 2024, der im Juni 2025 veröffentlicht wurde, sinkt bei linksextremistisch motivierter Gewalt seit Jahren die Hemmschwelle, während die Militanz zunehme. "Gerade bei Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner von rechts richtet sich Gewalt nicht nur gegen Sachen, sondern auch unmittelbar gegen tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextremisten", heißt es im Verfassungsschutzbericht.