Geplanter Bau von Windrädern in Schriesheim und Dossenheim

Bürgerentscheid über Windkraftanlagen rund um den "Weißen Stein"

Die Stadtverwaltung Schriesheim hält das angestrebte Bürgerbegehren gegen Windräder rund um den "Weißen Stein" für zulässig. Der Gemeinderat muss das noch formal bestätigen.

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Stand

In Schriesheim und Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) sollen die Bürgerinnen und Bürger darüber entscheiden, ob auf kommunalen Grundstücken am Höhenzug "Weißer Stein" Windräder gebaut werden oder nicht. Die Städte haben am Donnerstag bekannt gegeben, dass das eingereichte Bürgerbegehren zulässig ist. Die Initiative "Gegenwind Bergstraße" hatte sich dafür eingesetzt, dass die Bürgerinnen und Bürger direkt über das Thema abstimmen dürfen. Am 23. Juli 2025 soll der Gemeinderat das Begehren offiziell bestätigen. In derselben Sitzung soll auch der Termin für die Abstimmung festgelegt werden.

Arbeitsgruppe mit Empfehlung für Betreiber "Pionext"

Schriesheim und Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) diskutieren gemeinsam über drei bis sieben Windräder rund um den Höhenzug "Weißer Stein". Eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten beider Gemeinden und der Verwaltung hatte über die Verpachtung von Windrädern beraten.

Als möglichen Projektbetreiber empfahl die Arbeitsgruppe das Unternehmen "Pionext", ein Gemeinschaftsunternehmen aus Rheinland-Pfalz der Energieunternehmen EWR, Mainzer Stadtwerke und Pfalzwerke. "Pionext" hat bereits 112 Windkraftanlagen gebaut. Die Einnahmen aus der Verpachtung sollen unabhängig von den Einzelstandorten der Windräder aufgeteilt werden.

Schriesheim: Mehrheit für Bürgerbegehren erreicht

Die Initiative "Gegenwind Bergstraße" hatte 1.206 Unterschriften bei der Stadt Schriesheim eingereicht. Davon waren 1.143 gültig - mehr als notwendig. Damit wurde nach Angaben der Stadt das sogenannte Quorum erreicht, also die Mindestanzahl an gültigen Stimmen, um ein Bürgerbegehren einzuleiten. Es wären 828 gültige Unterschriften erforderlich gewesen. Schriesheims Bürgermeister Christoph Oeldorf (Parteilos) sieht darin ein starkes Signal aus der Bevölkerung. Oeldorf hatte sich im Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl in Schriesheim gegen den Bau von Windrädern ausgesprochen, hielt sich aber in der Diskussion bislang zurück.

Jetzt ist es unsere Aufgabe, daraus einen Bürgerentscheid zu machen.

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Bürgerentscheid auch in Dossenheim

Auch in Dossenheim haben die Windkraftgegner einen Bürgerenscheid auf den Weg gebracht. Dort wurden rund 1.100 Stimmen gesammelt, ebenfalls mehr als notwendig. Dossenheims Bürgermeister David Faulhaber (CDU) hatte bei der Übergabe der Unterschriften betont, dass der bevorstehende Bürgerentscheid "demokratisch legitim" sei. Er selbst ist als Befürworter der Windkraft bekannt. Der Gemeinderat in Dossenheim wird wohl am 29. Juli über den Bürgerentscheid entscheiden.

Verein "Energiewende Bergstraße" zum Bürgerentscheid

Der Verein "Energiewende Bergstraße" setzt sich bereits seit Jahren für den Ausbau von Windkraft an der Bergstraße ein. Er sieht den bevorstehenden Bürgerentscheid als wichtige Auseinandersetzung mit den Bürgern. Der Energiewende-Verein warnt aber auch vor der polarisiernden Wirkung von Bürgerentscheiden, weil vielen Menschen die nötigen Informationen fehlen und gleichzeitig gezielt falsche Darstellungen verbreitet würden. Der Verein will deshalb ausführlich über Windkraft als Alternative zu Öl, Gas und Kohle informieren.

Termin für Bürgerentscheid im November

Die Stadt Schriesheim möchte die Abstimmung zügig durchführen - möglichst zusammen mit der Nachbargemeinde Dossenheim. Als wahrscheinlicher Termin gilt der 9. November 2025.

Streit um Windräder an der Bergstraße

Schon seit längerem sorgt das Thema Windkraft an der Bergstraße für Diskussionen. Der Wald zwischen Dossenheim und Schriesheim ist nach den Festsetzungen im Regionalplan geeignet als Standort für Windräder. Die Befürworter betonen den Nutzen für den Klimaschutz und die Energieversorgung. Gegner hingegen fürchten unter anderem Schäden für Tiere und Wald.

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