Für den Mannheimer Militärstützpunkt der US-Army "Coleman-Worksite" gibt es nach den gestoppten Militärhilfen für die Ukraine nach SWR-Informationen vorerst keine Veränderungen, die auf eine neue Strategie schließen lassen. Von Seiten eines zuständigen Militärsprechers hieß es auf Anfrage, man habe keine Anweisungen oder Befehle erhalten.
USAREUR-AF hat keine Anweisungen oder Befehle erhalten, die unsere Vorgehensweise am Mannheimer Coleman-Standort oder an anderen Standorten ändern würden.
Mannheimer US-Materiallager soll "Aggressionen abschrecken"
Das Materiallager "Coleman-Worksite" bleibe ein wichtiger Teil der US-Strategie, um "Aggressionen abzuschrecken und Verbündete sowie Partner zu schützen", heißt es weiter. "Coleman-Worksite" ist für die US-Amerikaner – und auch für die NATO – in Mannheim ein militärisches Drehkreuz. Im offiziellen Militärjargon ein APS-2. Das ist in Materiallager, in dem Panzer und andere Militärfahrzeuge gelagert und gewartet werden. So sind sie schnell einsatzfähig und können an verschiedenen Orten verteilt werden.
Über "Coleman-Worksite" wird auch Kriegsgerät für die Ukraine abgewickelt, seit dem vergangenen Jahr gibt es aber ein noch größeres Lager in Polen, das sich dichter an der Grenze zur Ukraine befindet. Auf dem Areal im Mannheimer Norden, parallel zur A6, lagert das Equipment einer ganzen Panzerbrigade, die rund 5.000 Einsatzkräfte umfassen kann.
Militärstandort und Materiallager Trump und ein möglicher NATO-Austritt: Was das für den US-Standort Coleman in Mannheim bedeutet
Das Militär-Areal Coleman am Rand von Mannheim ist eines der größten dieser Art in Europa und eng in NATO-Strategien eingebunden. Ein US-Ausstieg aus dem Bündnis hätte Folgen.
"Coleman-Worksite" in Mannheim in europäische US-Strategie eingebunden
Insgesamt gibt es in Europa sechs solcher Materiallager. APS-2-Standorte tragen dazu bei, Einsatzzeiten zu verkürzen und zusätzliche Kampfkraft für Notfalleinsätze bereitzustellen. Grundsätzlich geht es um logistische Aufgaben. Coleman ist auch deshalb im Fokus, weil es eng mit einer NATO-Strategie verzahnt ist. Es baut auch auf der Bereitschaft und dem Willen der bisherigen US-Administrationen auf, ein verlässlicher Partner des Militärbündnisses zu sein.
Vieles davon ist jedoch durch Aussagen und Andeutungen des US-Präsidenten Donald Trump in Frage gestellt worden. Zuletzt nach dem Eklat zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus. Nach seiner Rede im Kongress hatte Trump wieder versöhnlichere Töne angeschlagen.
Modernisierung von "Coleman-Worksite"
Dass es jetzt offenbar keine neuen Befehle für den Standort gibt, lässt den Schluss zu: "Coleman-Worksite" und andere US-Standorte sind weiterhin Teil einer langfristigen US-Strategie. Kurzfristige Veränderungen oder gar ein Rückzug scheinen nicht im Interesse der USA zu liegen. Dafür spricht auch der langfristige Ausbau und die Erneuerung des Mannheimer Standorts in den kommenden Jahren.