Mit einem Schwertransport ist am Donnerstag die Nachbildung eines Giganten aus der Urzeit in den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) in Mannheim angekommen. Es handelt sich nach Angaben des Museums um ein sieben Meter langes und drei Meter hohes Modell des "Europasaurus holgeri". Mehrere Helfer und ein Lkw waren nötig, um den Koloss an seinen vorgesehenen Platz zu manövrieren.
Wie kommt der "Europasaurus holgeri" zu seinem Namen?
Das gut 120 Kilo schwere Exponat ist eine Leihgabe eines Dinosaurier-Parks bei Hannover. In den Reiss-Engelhorn-Museen ist es den Angaben zufolge das größte Schaustück der kommenden Saurier-Ausstellung, die am 12. Oktober beginnt. Der "Europasuarus holgeri" heißt so, weil er in Europa gefunden wurde, und der Beiname "holgeri" ist eine Ehrung seines Entdeckers Holger Lüdtke. Das Exponat des Langhalssauriers basiert den Angaben zufolge auf Fossilfunden bei Goslar in Niedersachsen. Dort fand man neben Skeletten von Babys und Jungtieren auch Relikte erwachsener Tiere.
Riesen-Dinosaurier: Vom Inselbewohner zum Publikumsmagneten
Nach Angaben des Museums lebte der "Europasaurus holgeri" vor rund 154 Millionen Jahren auf einer kleinen Insel im heutigen Norddeutschland. Trotz seiner beeindruckenden Größe gilt er als Zwergsaurier. Jetzt soll das detailgetreu rekonstruierte Modell in Mannheim zum Publikumsmagneten werden.
"Die großen Schlangenhals-Saurier waren prägend für die Jurazeit im Erdmittelalter", so Museumsdirektor Wilfried Rosendahl. Es gab sie demnach noch weit vor dem vielleicht bekanntesten Dinosaurier, dem Tyrannosaurus Rex.
Ab 12. Oktober: Saurier-Schau in Mannheim
Die Saurier-Schau ("Saurier - Faszination Urzeit") läuft vom 12. Oktober 2025 bis zum 2. August 2026. Sie soll zeigen, wie Saurier über hunderte Millionen Jahre lang die Erde bevölkerten und beherrschten - von Lurchen und Reptilien, bis zu Flug- und Meeressauriern. Fossilien, Skelette und Rekonstruktionen sollen Einblicke in die Welt der Saurier geben. Ergänzt wird die Ausstellung mit Funden aus dem Odenwald und der Pfalz. Auch Mannheims eigene Sauriergeschichte soll Thema sein.
Wir wollen als Ausstellungsort die Metropolregion Rhein-Neckar selbst wertschätzen.
Die Reiss-Engelhorn-Museen haben begleitend zur Ausstellung zahlreiche Ausflugstipps in der Region zusammengestellt. Besucherinnen und Besucher können dabei unter anderem Fossilien-Fundstellen im Odenwald erkunden oder auf Lehrpfaden erdgeschichtliche Spuren entdecken.
Saurier aus dem 3D-Drucker
In der Radiologie der Mannheimer Universitätsmedizin haben Experten kürzlich mehrere Saurierknochen und rund 300 Millionen Jahre alte Fossilien mit einem hochmodernen Photon-Counting-Computertomographen gescannt. Die hochauflösenden 3D-Scans unterstützen die Macher der Saurier-Ausstellung bei der Vorbereitung. Unter den Stücken ist auch der urzeitliche Schädel eines "Odenwaldia heidelbergensis", ein urzeitlicher Riesenlurch - der erste bekannte Fund dieser Art im Odenwald.
Skelette treffen auf moderne Medizintechnik Mannheim: Warum 300 Millionen alte Saurier im CT landen
Jurassic Park am Uniklinikum Mannheim: Statt Patienten kamen diese Woche Saurier-Skelette in den CT. Forscher hoffen so auf neue Erkenntnisse über die Millionen Jahre alten Funde.