Urzeit-Tiere als "Klimaforscher"

Dinosaurier-Zähne sorgen an Uni Mainz für überraschende Entdeckung

Ein Forschungsteam der Mainzer Universität hat Zähne von einem Tyrannosaurus Rex und anderen Dinos unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: völlig neue Erkenntnisse über die Erde und das Klima.

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Von Autor/in Ilona Hartmann

Wie können die Zähne von Dinosauriern etwas über die Entwicklung von Erde und Klima verraten? Die Forschenden sagen selbst, dass das ein bisschen kompliziert ist, aber sie sind überzeugt: Was sie entdeckt haben, ist ein Meilenstein in der Klimaforschung.

Zahnschmelz von Tyrannosaurus Rex untersucht

Das Team bestand aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und von den Universitäten in Göttingen und Bochum. Gemeinsam hatten sie die versteinerten Zähne von Dinosauriern untersucht, die vor Millionen von Jahren gelebt haben, im späten Jura und der späten Kreidezeit.

Unter anderem in dem Zahnschmelz eines Tyrannosaurus Rex fanden sie unterschiedliche Bestandteile des Sauerstoffs, den die Dinosaurier damals eingeatmet haben.

Der Zahn eines Tyrannosaurus Rex, der in Kanada gefunden wurde.
Der Zahn eines Tyrannosaurus Rex, der in Kanada gefunden wurde. Universität Mainz

Viel mehr CO2 in der Luft der Dinosaurier als heute

Dabei entdeckte das Forschungsteam, dass in der Luft damals extrem viel Kohlendioxid war. Im späten Jura vor etwa 150 Millionen Jahren habe die Luft demnach viermal so viel Kohlenstoffdioxid (CO2) enthalten wie zur Zeit vor der Industrialisierung. Dieser hohe CO2-Gehalt in der Luft kam vermutlich durch Ereignisse wie große Vulkanausbrüche.

Pflanzen waren zur Dino-Zeit deutlich aktiver

Die zweite Erkenntnis ist, dass die Pflanzen an Land und im Wasser damals insgesamt doppelt soviel Fotosynthese betrieben haben wie heute. Das, so vermuten die Forschenden, lag vermutlich an dem vielen CO2 und an höheren Temperaturen im Jahresdurchschnitt. Diese hohe Aktivität der Pflanzen habe wahrscheinlich auch zu dem dynamischen Klima in der Zeit der Dinosaurier beigetragen, das sich stetig veränderte.

Neuer Ansatz auch für Klimaforschung

"Das ist entscheidend für das Verständnis langfristiger Klimadynamiken," sagt Dr. Dingsu Feng von dem Forschungsteam. Dinosaurier würden dabei zu Klimawissenschaftlern, so Feng: "Ihre Zähne haben vor über 150 Millionen Jahren das Klima protokolliert – jetzt hören wir endlich hin."

Unsere Methode gibt uns einen völlig neuen Blick auf die Vergangenheit der Erde.

Und aus dieser Erkenntnis lassen sich wiederum Rückschlüsse auf die Tierwelt ziehen. Denn die Menge der verfügbaren Pflanzen hatte einen unmittelbaren Einfluss auf die Anzahl der tierischen Arten.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind jedenfalls überzeugt, dass ihre Erkenntnisse einen völlig neuen Blick auf die Vergangenheit der Erde und des Klimas ermöglichen.

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Ilona Hartmann
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