Jedes Jahr werden bundesweit rund 2.000 Paket- und Briefzusteller von einem Hund angegriffen. Deshalb schult die Deutsche Post ihre Mitarbeiter - unter anderem in Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis).
Was tun, wenn der Hund angreift?
Die fünfjährige Belgische Schäferhündin Rubi ist bei dem Training am Montag mit dabei. Immer wieder schnappt sie nach der Paketattrappe, die der Teilnehmer Fahri Abali in seinen Händen hält. Wenn er dieses Paket schnell und ruckartig bewegt, wird Rubi noch wilder und reißt es hin und her. Das sei ein normales Beuteverhalten, erklärt Hundetrainer Erik Aubertin. Wenn der Post-Mitarbeiter aber stillhalte, dann lasse auch die Hündin wieder los. Das Wichtigste bei einem Angriff sei niemals in Panik zu geraten, so Aubertin.
Sollte ein gefährlicher Hund kommen, ist es wichtig, keine schnellen und hektischen Bewegungen zu machen.
Paketzusteller aus Mannheim von Hund angegriffen
Kevin Remus ist Paketzusteller in Mannheim. Er hält sich von der praktischen Übung lieber fern und schaut aus sicherer Entfernung zu. Remus wurde schon einmal von einem Hund gebissen, seitdem habe er Angst vor Hunden, erzählt er. Wenn er ein Grundstück betritt und einen Hund bellen hört, bekomme er Panik.
Die physische Wunde sei zwar längst verheilt und auch sein Arbeitgeber habe sich vorbildlich um alles gekümmert, aber die Angst sei immer noch da. Das Training mit Hunden würde ihm aber sehr helfen, sagt er. Er wisse jetzt, dass er sich ruhig verhalten soll und auf keinen Fall wegrennen darf.
Paketzusteller wünschen sich mehr Verständnis der Hundebesitzer
Alle Paketzusteller des Seminars in Ketsch wünschen sich, dass die Hundebesitzer mehr Verständnis für sie aufbringen würden. Am besten wäre es, wenn die Hundebesitzer ihre Vierbeiner zurückhalten oder gar im Haus lassen, wenn die Post-Mitarbeiter das Grundstück betreten.